Greene soll Hickeys rechte Hand werden

Braunschweig  Der Defense Back will Braunschweigs Bundesliga-Footballer zum ersten Meistertitel seit 2008 führen.

Defense-Coach Dave Easley (links) unterhält sich mit Pass-Abwehrspieler Leonard Greene.

Foto: Frank Rieseberg

Defense-Coach Dave Easley (links) unterhält sich mit Pass-Abwehrspieler Leonard Greene. Foto: Frank Rieseberg

Namenssponsor New Yorker setzt Cheftrainer Phil Hickey unter Druck, fordert so schnell wie möglich den nationalen Titel ein, den ersten seit 2008. Und im neuformierten Kader des Rekordmeisters hat Hickey den deutschen Ausnahmespieler Leonard Greene auserkoren, seine rechte Hand auf dem Platz zu sein.

„Das ist ein schönes Gefühl, wieder hier zu sein. Du kommst zurück nach Braunschweig und hast das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Du bekommst im Team ein Gefühl, als ob du nach Hause kommst“, schwärmt Greene, obwohl er nicht mehr viele ehemalige Mitspieler neben sich finden konnte. „In Braunschweig zu spielen, ist etwas Besonderes“, stellt er fest.

Der 31-Jährige spielte bislang nur ein Jahr in der Löwenstadt, in der Saison 2007, kann sich aber gut vorstellen, diesmal länger zu bleiben. Hickey hat Greene fest eingebunden in seine Football-Organisation, ihm Aufgaben bei Schulprojekten und das Konditionstraining für die Nachwuchsteams übertragen. Und auch auf dem Feld muss sich der Rückkehrer künftig um mehr kümmern als früher.

Der Defense Back, also flinke Passverteidiger, soll auch den Angriff beleben. Als Wide Receiver, Ballfänger, und damit Gegenspieler der Defense Backs auf der anderen Seite. „So habe ich mit dem Football auch mal angefangen“, erzählt Greene mit einem Lächeln auf dem Gesicht. In der Jugend in Darmstadt bekam er aber fast nie Pässe, weil jenes Team das Laufspiel bevorzugte. „Dann habe ich mich zum Defense Back umschulen lassen. Und schon bekam ich die Spielanteile, die ich haben wollte.“

Bis zum Stammspieler in der Nationalmannschaft brachte es Greene. Mehr noch. Mehrere Jahre lang spielte er in der Profiliga NFL Europe für Frankfurt Galaxy und Köln. Damals, vor mehr als einem halben Jahrzehnt, träumte Greene noch von der Chance seines Lebens, einmal in der Mutter aller Ligen, der NFL in den USA, spielen zu können. Die Klasse, dort vorspielen zu dürfen, besaß er durchaus. Doch eine Verletzung warf den ehrgeizigen Kämpfer – „ich hasse nichts mehr als Niederlagen“ – in Sachen NFL hoffnungslos und entscheidend zurück.

National blieb Greene lange Zeit auf seiner Position das Maß der Dinge, wurde nach seiner Braunschweiger Zeit Meister mit Kiel und scheiterte mit Mönchengladbach im Vorjahr erst im Halbfinale.

Und wie weit wird es dieses Jahr gehen mit Greene, mit den Lions? „Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber ich denke, dass wir eine sehr starke Mannschaft haben. Alles wird darauf ankommen, wie gut wir uns auch als Mannschaft präsentieren.“ Und in diesem Punkt kann Greene natürlich massiv Einfluss nehmen, als rechte Hand von Hickey.

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