Der letzte Mann hat alles im Griff

An Lions-Kapitän Christian Petersen kommt kaum einer vorbei – Braunschweiger Footballer treffen auf Essen

Christian Petersen (unten) spielt in der Lions-Abwehr sehr wirkungsvoll, aber oft auch unauffällig – weil er seinen Gegenspieler so fest im Griff hat, dass man Petersen einfach kaum sieht.   

Foto: Frank Rieseberg

Christian Petersen (unten) spielt in der Lions-Abwehr sehr wirkungsvoll, aber oft auch unauffällig – weil er seinen Gegenspieler so fest im Griff hat, dass man Petersen einfach kaum sieht.    Foto: Frank Rieseberg

BRAUNSCHWEIG. Dass die deutschen Football-Rekordmeister Braunschweig Lions alles im Griff hätten, kann man nicht behaupten. Aber: Die Qualitätskurve zeigt deutlich nach oben. Und die Gegner müssen sich einer immer stärkeren Umklammerung erwehren.

Zum Beispiel von Christian Petersen. Der 26-Jährige spielt in der Abwehr bisher eine prächtige Saison. Der Safety, so etwas wie früher der letzte Mann beim Fußball, muss zur Stelle sein, wenn die Abwehrreihen vor ihm wirkungslos waren. Oder wenn weite Pässe fliegen. Und auf Petersen ist Verlass.

Bei der knappen 17:20-Niederlage vergangenen Samstag in Berlin stoppte Petersen die gegnerischen Ballführer fünfmal. Fünf Tackles allein auf seinem Konto – besser war kein anderer Braunschweiger Defensiv-Spezialist.

"Aber das ist doch egal. Das einzige, was zählt, ist die Mannschaft. Und wir haben verloren. Das ist schlecht. Nur das steht zu Buche", sagt der Mann, der schon immer bei den Lions gespielt hat – erst in der Jugend und seit neun Jahren im Bundesligateam. Immer an die Mannschaft denken. Das bläut Petersen auch seinen Nebenleuten immer wieder ein. Er selbst verkörpert diese Sichtweise bei jedem Spielzug auf dem Platz. Vielleicht deshalb ist der Nationalspieler auch einer von vier Kapitänen bei den Lions.

Was ihn auf dem Feld auszeichnet, ist hervorragendes Spielverständnis und seine Schnelligkeit. "Du musst den Spielmacher genau beobachten, schauen, wo er hinguckt und versuchen zu erahnen, was als nächstes kommt." Und dann hat Petersen meist einen weiten Weg vor sich. "Es stimmt. Ich bin gut zu Fuß. Mit der Kondition hatte ich noch nie Probleme."

Probleme kriegen sollen am Samstag allerdings die Assindia Cardinals aus Essen. Die Lions benötigen dringend einen Sieg. Und dieser Gegner gilt als schlagbar. Erst Recht, wenn man wie die Lions in der Vorwoche in der Lage ist, den hochgelobten Meister aus Berlin am Rande einer Niederlage zu haben.

Petersen weiß: "Die Cardinals kommen immer viel über das Laufspiel. Aber sie sollen jetzt öfter als früher auch das Passspiel bevorzugen. Das sollen sie ruhig probieren. Ich bin bereit."

Besonderen Erfolgs-Druck spürt Petersen angesichts des letzten Tabellenplatzes, den die Lions inne haben, nicht. "Es waren erst drei Spiele. Wir können uns steigern. Und das werden wir tun." Wäre doch prima, mal wirklich alles im Griff zu haben, den Gegner und die Punkte.

Braunschweig Lions – Assindia Cardinals Essen, Samstag, 19 Uhr, Eintracht-Stadion.

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