Die Lions schärfen ihre Krallen

Deutscher Rekord-Footballmeister ist zurück aus dem Trainingslager – Guter Einstand der vier US-Spieler

Kompromisslos und gut koordiniert: Nur wenn die Abwehr reibungslos zusammenarbeitet und zupackt – wie auf unserem Foto Donald Thomas (links unten) gegen den Kieler Simon Sommerfeld – haben die Löwen Erfolg.   

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Kompromisslos und gut koordiniert: Nur wenn die Abwehr reibungslos zusammenarbeitet und zupackt – wie auf unserem Foto Donald Thomas (links unten) gegen den Kieler Simon Sommerfeld – haben die Löwen Erfolg.    Foto: Archivfoto

BRAUNSCHWEIG. Football morgens, Football mittags, Football abends – mit einem sechstägigen Trainingslager in der Sportschule Nymburk in Tschechien haben sich die Braunschweig Lions in die heiße Phase der Saisonvorbereitung gestürzt.

Das Ziel des deutschen Rekord-Footballmeisters ist klar: So eine enttäuschende Saison wie die letzte soll es nicht noch einmal geben. Die Löwen wollen wieder stolz erhobenen Hauptes brüllen und nicht mit hängenden Köpfen geschlagen von dannen schleichen.

"Wir haben klasse gearbeitet, haben eine Menge erreicht. Die Woche war eine Super-Sache. Die vielen neuen Spieler hatten ausreichend Gelegenheit, die Mannschaft kennenzulernen – und umgekehrt", sagt Steffen Dölger aus dem Trainerstab der Lions.

Der einstige Ausnahme-Kicker der Braunschweiger muss es wissen, hat er doch im Laufe seiner Karriere viele Trainingslager – auch in Nymburk – mitgemacht und besitzt so genügend Vergleichsmöglichkeiten.

"Wir haben das Teamgefühl gestärkt, das Teamgefüge ansatzweise gebaut. Bis Saisonbeginn geht es jetzt an den Feinschliff", sagt Cheftrainer Matthias Engisch.

Morgens um neun Uhr rief er zur ersten Trainingseinheit, die gut zweieinhalb Stunden dauerte. Nachmittags ging es dann nochmals für gut zwei Stunden auf den Rasen. "Es blieb darüber hinaus genug Zeit für Theorie und für Videos", so Engisch. "Die Voraussetzungen in Nymburk sind hervorragend, in der Sportschule steht alles zur Verfügung, was man sich wünscht", sagt Dölger.

Natürlich waren alle gespannt auf die vier US-Spieler, die den siebenfachen deutschen Meister wieder zu altem Glanz und alter Stärke verhelfen sollen. "Sie haben sich alle vier wohlgefühlt. Sie passen zu uns – sportlich und auch menschlich", meint Engisch. "Ich bin sicher, die Lions-Fans dürfen sich auf eine tolle Saison freuen", sagt Dölger. Vor allem der junge Linebacker Chris Graham hat wohl das Zeug dazu, schnell zu einem Führungsspieler heranzuwachsen. Der angehende Abwehrchef organisierte schon kräftig, half, packte ordentlich und kompromisslos zu – die Lions-Gegner werden noch ihre Freude haben. Zudem verstärkt Safety Anton Bowen die Abwehr der Löwen.

Im Angriff sollen Ballträger Austin Scott und Ballfänger Tyrre Burks für neuen Wirbel sorgen. "Ich glaube, wir haben da Klasse-Verstärkungen geholt", sagt Dölger. Burks allerdings hatte gleich einige Schreckminuten zu überstehen, als er sich bei einem Ballfang an einem Finger verletzte. Er musste im naheliegenden Krankenhaus genäht werden. Doch schon am nächsten Tag stand der US-Amerikaner da, wo er hingehört – auf dem Platz.

Matt Riazzi, Kelvin Love, Robert Flickinger, Adrian Rainbow – die Braunschweiger hatten oft ein gutes Händchen für ausländische Spieler, die nicht nur für ein paar Monate kamen, um Geld zu verdienen, sondern die sich mit dem Verein, den Fans und der Stadt identifizierten – für viele Jahre. Das erhoffen sich die Verantwortlichen natürlich auch von dem neuen Quartett.

Erstmals selbst unter die Lupe nehmen können die Lions-Fans die neue Mannschaft am 17. April, wenn im Stadion am Salzgittersee um 16 Uhr des Testspiel gegen die Magdeburg Virgin Guards beginnt.

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