Lions planen den Abriss der Berliner Abwehr-Mauer

Football-Bundesligist erwartet die vor allem defensiv sehr starken Berliner

Durch die dicht gestaffelte Berliner Abwehr wollen sich Passempfänger Simon Haubold (vorn) und seine Lions ebenso tanken wie vor einer Woche durch die Deckung der Cologne Falcons.    

Foto: Karsten Reißner

Durch die dicht gestaffelte Berliner Abwehr wollen sich Passempfänger Simon Haubold (vorn) und seine Lions ebenso tanken wie vor einer Woche durch die Deckung der Cologne Falcons.     Foto: Karsten Reißner

BRAUNSCHWEIG. "Wer ein Patent-Rezept hat, wie wir die Berliner Mauer ausspielen können, der soll es mir bitte senden." Lions-Cheftrainer Javier Cook gibt sich vor dem wichtigen Verfolgerduell in der Football-Bundesliga betont locker und humorvoll.

Durch einen Heimsieg über die Berlin Adler können die Löwen auf den zweiten Rang klettern. Auch wenn Spieler und Trainer die Bedeutung der Partie morgen ab 19 Uhr im Stadion an der Hamburger Straße herunterspielen, steht fest: "Der Verlierer dieses Spiels muss seine Ambitionen auf die Nordmeisterschaft wohl abschreiben."

Berlins Abwehr um den früheren Braunschweiger Oliver Flemming gilt als extrem haltbares Bollwerk. Für Lions-Defense-Back Uli Jason Ulbrich ist Flemming gar der stärkste deutsche Abwehrspieler. Nach dem Spiel sei die Rivalität aber kein Thema mehr. Ulbrich: "Wir werden am Hagenmarkt einen gemeinsamen Kneipenbummel starten."

Für gut zwei Stunden ruhen wird auch die Freundschaft zwischen Lions-Angrifftrainer Matthias Engisch und dem ebenfalls 39 Jahre alten Berliner Angreifer Stefan Mücke. Engisch: "Stefan wird nach dem Spiel bei meiner Familie in Braunschweig bleiben." Seine Reihe müsse Mittel gegen die Blitzangriffe der Berliner Defensive entwickeln, sagt Engisch und verweist auf die Kölner Partie, in der dies mit acht Touchdowns gegen eine taktisch ähnlich agierende Abwehr prima lief.

Die Defensive der Adler spiele seit fast drei Jahren in unveränderte Aufstellung. Da wisse jeder genau, was der Nebenmann plane. "Die Berliner haben unser Video vom Spiel gesehen und werden uns sicher nicht in die Falle laufen. Ich wäre mit einem 3:0-Sieg zufrieden", warnt Cook.

Mit Forderung nach weniger Raumstrafen für sein Team stieß der Cheftrainer auf offene Ohren. Andre Krüger, der gegen Dresden 30 Meter verschuldete: "Football ist ein körperbetonter Sport, da gibt es halt Fouls. Aber Raumstrafen wegen Meckerns sind dumm, diese Fehler dürfen wir uns nicht leisten", sagt der 104 Kilo schwere Abwehrmann.

Er lebt wie seine Teamkollegen Olaf Fischer, Lukas Muganga und Uli Jason Ulbrich in Berlin und pendelt des Footballs wegen nach Braunschweig. Auch Krüger rechnet mit einem knappem Resultat und legt sich auf ein 14:7 fest. Ulbrich tippt 21:17, natürlich auch für die Lions.

Die müssen weiterhin auf die Verletzten Jörg Heckenbach und Olaf Fischer verzichten, dafür haben die angeschlagenen Christoph Wolk und Ludger Uckermann selbst stärkere Trainingsbelastungen gut überstanden. Nach beruflichen Prüfungen kehrt Christian von Einem ins Team zurück. Er brennt darauf, Adler-Quarterback Brett Hall keine Zeit zum Passspiel zu lassen.

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