Center will Lions zum siebten Nordtitel führen

Uckermann plagen Kniebeschwerden vor seinem 200. Bundesligaspiel – Kiels Trainer Anderson stichelt

Sein 200. Football-Bundesligaspiel für die Lions möchte Center Ludger Uckermann am Samstag in Kiel bestreiten.    

Foto: Peter Sierigk

Sein 200. Football-Bundesligaspiel für die Lions möchte Center Ludger Uckermann am Samstag in Kiel bestreiten.     Foto: Peter Sierigk

BRAUNSCHWEIG. Nadelstich aus Kiel. Jung-Ehemann Kent Anderson, seit wenigen Wochen mit seiner aus Wasbüttel stammenden Friederike verheiratet, beklagte sich in der örtlichen Presse: "Ich bekomme aus Braunschweig kein Video von den Partien, um das Team zu studieren."

Als Psycho-Spielchen ordnet Lions-Geschäftsführer Mirko Schulz den Vorwurf des heutigen Trainers der Kiel Baltic Hurricanes ein. Bei denen laufen die Lions am Samstag um 19 Uhr im Holstein-Stadion zum entscheidenen Spiel um die Meisterschaft in der Football-Bundesliga-Nordgruppe auf. Schulz: "Wir bieten auf unserer Internetseite allen Vereinen ein Downloadportal an und wissen, dass sich Kiels Abwehrtrainer Andre Schleemann dort mehrfach bedient hat."

So gegensätzlich die beiden Trainer sind, so einig sind sie in ihrer Aussage: "Mein Team ist nicht der Favorit." Die würden von den Medien gemacht, wichtig sei zu gewinnen, bringt es Lions-Chefcoach Javier Cook auf den Punkt. Ihm fehlt einzig Passempfänger Oliver Krahn wegen einer Hüftprellung.

Cook sorgt sich um Center Ludger Uckermann: "Er ist in jeder Beziehung ein Vorbild und als Organisator unserer Angriffe unverzichtbar. Sollte Ludger ausfallen, muss Steve Tang die Lücke schließen."

Mit Eisbeuteln kühlt Uckermann derzeit sein nach Belastungen anschwellendes Knie, in dem vor drei Jahren das Kreuzband gerissen war. Der 31-Jährige will in Kiel gern sein 200. Bundesligaspiel machen und sein Team unbedingt zur siebten Nordmeisterschaft hintereinander führen.

Uckermann, der in allen sechs Meisterteams der Lions stand: "Ich merke erstmals, dass ich an meine körperlichen Grenzen stoße und muss daran denken, dass ich meinen Beruf als Automechaniker noch mehr als 30 Jahre ausüben will."

Der 1,88 Meter große und 120 Kilo schwere Angriffsführer will sich nicht darauf verlassen, dass den Lions eine Niederlage mit weniger als drei Punkten Unterschied zum Nordtitel reicht. "Wer so taktiert, kann sich in einem unkonzentrierten Moment schnell verletzen", warnt Uckermann. Er beklagt, dass es in der GFL nur noch wenige Urgesteine wie früher John Horton und heute Max von Garnier gebe. Solche Topsportler und Reizfiguren würden die Zuschauer sehen wollen.

Er ist sein eigener größter Kritiker und bittet die Fans um Verständnis, wenn er nach Spielen nicht immer gleich zum Fachsimpeln bereit sei. Uckermann: "Selbst wenn wir gewonnen haben, falls ich mit meiner Leistung nicht vollauf zufrieden bin, brauche ich eine Weile, bis ich mit mir wieder im Reinen bin."

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