Die Lions fangen Glücksgefühle ein

Braunschweiger Footballer besiegen nicht bundesligataugliche Assindia Cardinals aus Essen mit 38:0

BRAUNSCHWEIG. Aufbaugegner sind etwas Tolles. Und ganz besonders, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt kommen. Die Lions- Footballer fuhren nicht nur den Pflichtsieg gegen Essen ein, sondern päppelten auch ihr angeknackstes Selbstbewusstsein auf.

Das Ergebnis von 38:0 hört sich zwar prima an, verdeutlicht aber nur unzureichend die tatsächlichen Kräfteverhältnisse auf dem Platz. An der Mittellinie schien für die Gäste von den Assindia Cardinals ein Gummiband zu hängen, das nur ganz schwer in Richtung der Braunschweiger Seite zu drücken war. Und deshalb passierten sie diese Linie auch nur zweimal im ganzen Spiel, einmal aus eigener Kraft, einmal, weil die Gastgeber Strafen nach Regelverstößen kassierten. Und die werden im Football mit Raumverlusten geahndet.

"Ganz ehrlich. Das war heute unser bestes Saisonspiel", sagte Gästespieler Ole Kretschmann allen Ernstes und legte mit den Worten nach: "Man hat gut gesehen, dass wir unendlich viele Baustellen haben. Aber wenn meistens nur maximal 25 Leute zum Training kommen, ist das kein Wunder."

Kretschmann gehört zu den großen Kämpfern seiner Farben, zu den Vorbildern. Aber er weiß: "Wir müssen jedes Spiel so spielen, als wäre es unser letztes. Normalerweise gewinnen wir dieses Jahr kein Spiel. Aber wir hoffen doch sehr, dass uns irgendein Team doch mal unterschätzt."

Und wie schlugen sich die Lions gegen das Team, das jeglichen Erstligabeweis schuldig blieb? Von Anfang an in der Abwehr superstark und im Angriff anfangs sehr nervös. Zu sehr steckte der Stachel der jüngsten Niederlage in Mönchengladbach noch in den Knochen des vom neuen Trainer Seth Womack neu formierten Teams, als dass diese Aufgabe locker hätte angegangen werden können. Doch mit jedem guten Pass, mit jedem gefangenen Ball und erst recht nach der Führung wurde es immer besser.

"Das war schon eine klare Steigerung zur Vorwoche. Der Druck war groß. Auch wenn wir noch den ein oder anderen Fehler gemacht haben, war es ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Womack erleichtert und fügte schmunzelnd hinzu: "Ich habe immer gesagt, wir brauchen drei, vier Spiele, bis unser Angriff perfekt läuft und nicht mehr zu stoppen ist."

Da kommt es den Lions gelegen, dass es in Saisonspiel Nummer vier wieder gegen die Assindia Cardinals geht – in zwei Wochen in Essen.

Schön auch, dass das Ergebnis von gestern bei den Braunschweigern offenbar richtig eingeordnet und nicht überbewertet wird. "Man darf nicht übersehen, dass wir im Angriff immer noch Schwierigkeiten haben", sagte Stamm-Spielmacher Dennis Zimmermann, der diesmal vier Pässe warf, die zu Touchdowns führten. Aber auch eine Interception, also ein Pass in die Arme des Gegners, war dabei.

Erleichtert sagte Centerspieler Gerrit Meister aus der Schutztruppe des Quarterbacks: "Endlich haben wir Dennis einmal genug Zeit geben können, um seine Anspielstationen zu finden." Dieser Aufbaugegner tat offenbar einfach nur gut. Einzig, wie gut die Lions wirklich sind, war an diesem Tag nicht feststellbar. Aber das spielte auch keine Rolle.

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