Der Jüngste im Team trägt den Ball und bleibt bescheiden

Passempfänger Bollmann hat als Neuling den Sprung zum Stammspieler geschafft

Dem Angriff des "Blauen Teufels" Dennis Kuczynski weiß sich Lions-Passempfänger Christian Bollmann (links) zu erwehren. 

Dem Angriff des "Blauen Teufels" Dennis Kuczynski weiß sich Lions-Passempfänger Christian Bollmann (links) zu erwehren. 

HAMBURG. Der Platz neben seinem Trainer ist bei Pressekonferenzen nach Football-Bundesligaspielen für den Akteur bestimmt, der einer der wertvollsten für sein Team war. Diesen Stuhl nahm in Hamburg der jüngste Löwe ein: Christian Bollmann.

Der Passempfänger, der schon in der vorigen Saison zu zwei Einsätzen gekommen war, hatte mit 70 Metern, bei nur fünf Versuchen, den größten Raumgewinn aller Braunschweiger gesichert. Damit überbot der 19-Jährige selbst Kelvin Love (62) und Oliver Krahn (33). Bollmann stellte im Gespräch mit den Journalisten seine Leistung bescheiden hinten an. Statt dessen gab er anfängliche Fehler seiner Offensivreihe zu und strich heraus, dass schnell die Lehren gezogen und Punkte gesammelt worden sind.

So steuert Kelvin Love nach kurzer "Ladehemmung" auf seinen 1000. Punkt für die Lions zu, während auf der Gegenseite Hamburgs Passempfänger Maximilian von Garnier lediglich noch wenige Meter von insgesamt 10 Kilometern Raumgewinn trennen.

Dass es hart zur Sache ging, zeigte der gebrochene Helm des Linebackers Sebastian Reilmann nach einem Zusammenprall. In seiner Größe gab es keinen Ersatz, so dass Reilmann in den Schlussminuten zum Zusehen verurteilt war. Vorerst nur Reservist am Spielfeldrand stand nach langer Trainingspause Receiver Olaf Fischer. Nach drei Meistertiteln in Folge war bei einigen seiner Spieler ein Sättigungseffekt eingetreten, erzählte Lions-Cheftrainer Javier Cook. Doch mittlerweile habe auch der Letzte gemerkt, dass mit angezogener Handbremse in dieser Liga kein Gegner zu bezwingen sei.

"Trotz der zahlreichen verletzten Spieler sind die Blue Devils gefährlich wie ein angeschlagener Boxer", hatte Cook sein Team gewarnt. Dieser Rat fiel auf fruchtbaren Boden. Zwar wurden die Hamburger Touchdowns begünstigt durch einen Ballverlust kurz vor der eigenen Endzone sowie eine Strafe, doch nur 75 Meter Raumverlust zeigten, dass die Lions deutlich disziplinierter auftraten als zuletzt.

"Ich bin froh, dass viele Experten die Kieler als Meisterschaftfavoriten sehen", antwortete Cook auf eine Frage aus der Presserunde. Das mildere etwas den Druck in Braunschweig, wo natürlich Fans, Sponsoren und die Vereinsführung auf den vierten Titelgewinn hintereinander hoffen.

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