Finke eilte nach der Arbeit seinem Team im Auto hinterher

Trotz Doppelbelastung gute Form gezeigt – Heckenbach: Wir müssen aufwachen

Das Gesicht spricht Bände. Ein enttäuschter Abwehrspieler Patrick Finke kühlt mit einem Eisblock seine im Kampf um den Ball lädierten Finger. 

Das Gesicht spricht Bände. Ein enttäuschter Abwehrspieler Patrick Finke kühlt mit einem Eisblock seine im Kampf um den Ball lädierten Finger. 

KIEL. Die Mühe blieb ohne den erhofften Lohn. Im Eiltempo hatte Lions-Geschäftsführer Mirko Schulz am Nachmittag den Abwehrhünen Patrick Finke im Auto nach Kiel chauffiert. Der 1,96 Meter große Athlet mit Spielerfahrung aus der NFL Europe hatte bis 13 Uhr arbeiten müssen und war trotzdem zusammen mit Passempfänger Kelvin Love einer der wenigen Lions-Spieler, der Normalform zeigte.

Nach dem harten Kampf um das rote Leder-Ei kühlte der 25-Jährige am Spielfeldrand seine lädierten und getapten Finger mit Eis und war ebenso enttäuscht wie Passempfänger Jörg Heckenbach, dessen Touchdown auf Zuspiel von Quarterback Dennis Zimmermann im Schlussviertel nur noch Ergebnis-Kosmetik war. "Wir haben völlig verdient verloren. Ich hoffe, dass war der richtige Schuss vor den Bug, der endlich auch den letzten von uns aufweckt", wünscht sich Heckenbach.

Ähnlich deutlich wie in Kiel waren die Braunschweiger zuletzt beim 17:34 am 24. Juli 2005 bei den Marburg Mercenaries unter die Räder gekommen.

Dass er den Nordmeisterpokal nach sechs Lions-Erfolgen hintereinander erstmals den Kiel Baltic Hurricanes überreichte, überraschte Jan Bublitz. Der Sportdirektor des American Football Verbands Deutschland (AFVD) sagte: "Die Lions waren heute erschreckend schwach. Das überrascht sicher nicht nur mich."

Die Braunschweiger müssen sich am nächsten Samstag steigern, wenn es gegen den Aufsteiger und Südgruppendritten München Cowboys nicht die vierte Saisonniederlage und das vorzeigte Aus im Kampf um die Titelverteidigung geben soll. Dies weiß natürlich auch Cheftrainer Javier Cook.

"Wir haben unsere Leistung immer nur eine kurze Zeit gebracht und anfangs zu wenig riskiert. Danach gab es auch einige Schiedsrichterentscheidungen, wie den nicht gegen Estrus Crayton gepfiffen Ballverlust, die uns benachteiligt haben", analysierte Cook. Sein Team müsse aus dem Spiel die Lehren ziehen und am Samstag im Play-off-Heimspiel gegen München die richtige Antwort geben, fordert der Lions-Trainer Wiedergutmachung.

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