Trainer Spielbuehler verlässt die Lions

Management des Football-Meisters verlängert den Vertrag nicht – Philosophien waren zu unterschiedlich

Fachgespräch: Gary Spielbuehler (Mitte) unterhält sich mit zwei Schiedsrichtern.   

Foto: Archivfoto: Agentur Hübner

Fachgespräch: Gary Spielbuehler (Mitte) unterhält sich mit zwei Schiedsrichtern.    Foto: Archivfoto: Agentur Hübner

BRAUNSCHWEIG. Nach zwei Jahren als Co-Trainer wurde Gary Spielbuehler vor einem Jahr Football-Chefcoach bei den Braunschweig Lions. Und prompt führte er das Team zum deutschen Meister-Titel. Überraschend suchen die Lions nun einen neuen Trainer.

"Wir haben Gary ausdrücklich nicht gefeuert. Er bekommt aber auch keinen neuen Vertrag", erklärte gestern Lions-Sportdirektor Dirk Miehe.

Vorausgegangen waren wochenlange Diskussionen zwischen Management und Spielbuehler über die Team-Zusammenstellung für das nächste Jahr. Der Amerikaner wollte offenbar seine Mannschaft mit mehreren amerikanischen Spielern verstärken, während Miehe das in diesem Jahr begonnene Konzept mit jungen, hungrigen deutschen Spielern fortsetzen will.

"Natürlich können wir nicht ohne Amerikaner spielen. Aber es entspricht nicht unserer Philosophie, starke Ausländer zu holen, die kommen, siegen und wieder gehen. Wir haben auch eine Verpflichtung unseren treuen Fans gegenüber. Und die verlangen Kontinuität, wollen sich mit den Spielern und der Mannschaft identifizieren können", erklärte Miehe.

Spielbuehler ist aus familiären Gründen unmittelbar nach dem Gewinn des German Bowls in seine amerikanische Heimat an der Westküste geflogen und seither nicht wieder zurückgekehrt. Zu einer Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen.

"Ich war schon überrascht, als ich gehört habe, dass Gary nicht mehr unser Trainer ist. Ich bin mit ihm gut zurecht gekommen. Aber dies ist eine Entscheidung des Managements. Die werden ihre Gründe haben", sagte Team-Kapitän und Kicker Steffen Dölger und fügte hinzu: "Gary war erst drei Jahre hier. Da haben viele im Team nicht eine solch starke emotionale Bindung zum Trainer aufgebaut wie früher zu Kent Anderson oder Troy Tomlin."

Seit gestern suchen die Braunschweiger nach einem neuen Trainer. "Wir müssen zügig handeln, werden aber nichts überstürzen", sagte Miehe, der klar stellte, dass große Interesse besteht, den Großteil des letztjährigen Teams auch 2008 zu präsentieren. "Wir werden bis Jahresende mit jedem Spieler sprechen."

Auf Publikumsliebling und Lions-Starspieler Kelvin Love dürfen sich die Fans sowieso freuen. Sein Vertrag läuft erst Ende nächster Saison aus.

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