Der falsche Dohrendorf, aber der richtige Mann

Die Lions wollten eigentlich den Bruder verpflichten – Harte Bewährungsprobe Samstag beim Football-Meister

Philipp Dohrendorf setzt sich durch: Der Braunschweiger Neuzugang hat sich schnell einen Stammplatz erkämpft.    

Foto: Frank Rieseberg

Philipp Dohrendorf setzt sich durch: Der Braunschweiger Neuzugang hat sich schnell einen Stammplatz erkämpft.     Foto: Frank Rieseberg

BRAUNSCHWEIG. Julian Dohrendorf spielt in der Football-Junioren-Nationalmannschaft als Ballfänger. Und den wollte Matthias Engisch, der Cheftrainer der Braunschweig Lions, unbedingt haben. Doch Julian wollte nicht, ging lieber zum Konkurrenten nach Kiel.

Trotzdem heuerte ein Ballfänger namens Dohrendorf bei den Lions an. Der Bruder, Vorname Philipp, drei Jahre älter, genauso ehrgeizig, zwölf Jahre Football-Erfahrung, zuletzt im Lübecker Zweitliga-Team aktiv. "Für mich kam Kiel nie in Frage. Ich wusste, dass in Braunschweig Jörg Heckenbach, der wohl beste deutsche Wide Receiver aller Zeiten, Co-Trainer ist. Es ist ein Traum, bei den Lions zu spielen", sagt der 23-Jährige.

Drei Ziele hat sich Philipp Dohrendorf gesetzt: ein Platz im Team, ein Platz als Starter "und ich will deutscher Meister werden". Zwei hat er schon erreicht, denn seine Willenskraft und sein Können haben ihm schnell einen Stammplatz in der Mannschaft eingebracht.

Am Samstag kann er zwar noch nicht Meister werden, aber schon mal gegen den Meister spielen, wenn in Berlin die Adler auf die Lions treffen, der sechsmalige Titelträger gegen den siebenmaligen spielt.

"Das ist eine große Herausforderung. Die Adler haben in der Passabwehr sehr starke Leute, darunter auch Nationalspieler. Ich liebe es, wenn es schwierig wird. Das macht erst den Reiz aus", erklärt Dohrendorf. Und er gibt zu bedenken: "Wenn wir in Berlin verlieren, passiert nicht viel, wenn wir dort aber gewinnen, schaut ganz Football-Deutschland auf uns."

Mit dem Wechsel nach Braunschweig hat sich der Lehramtsstudent mit Wohn- und Studienort Hamburg reichlich Stress aufgebürdet. "Aber das lohnt sich. Es macht viel Spaß. Der Unterschied zur zweiten Liga ist enorm. In der ersten Liga gibt es keine schwachen Spieler mehr, das Leistungsgefälle innerhalb der Teams ist viel geringer", hat er festgestellt.

Auch ohne Anruf von Engisch wird Julian Dohrendorf nach Braunschweig kommen. Mit Kiel am 4. September. Der Nordgipfel mit dem Bruder-Duell. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Berlin Adler – Braunschweig Lions, Samstag 18 Uhr, Jahnstadion

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