In der Hitze des Gefechts behielt  die Lions-Abwehr kühlen Kopf

Berlin Rebels schafften es nur einmal bis tief in die Braunschweiger Hälfte

Chris Graham (links) und Lawrence Williams von den Lions nehmen den besten Berliner Ballträger, David McCants in die Mangel.    

Foto: Reißner

Chris Graham (links) und Lawrence Williams von den Lions nehmen den besten Berliner Ballträger, David McCants in die Mangel.     Foto: Reißner

BRAUNSCHWEIG. "Ich habe den Jungs verboten, Fußball zu gucken oder zu hören. Wenn wir ein Spiel haben, muss dass für Trainer und Spieler das Wichtigste sein. Auch wenn die Fußball-Nationalmannschaft bei der WM spielt." Matthias Engisch, der Cheftrainer der Braunschweig Lions, versteht keinen Spaß, wenn es darum geht, sich auf ein Punktspiel vorzubereiten.

Vielleicht haben aber doch einige seiner Schützlinge geblinzelt oder gelauscht, als Deutschland die Argentinier ins Fußball-Nirgendwo schoss. Denn fast eine Halbzeit lang wirkte zumindest der Angriff nicht so gut auf seine Aufgabe fixiert wie noch eine Woche zuvor in Essen.

Oder es war die Hitze. 30 Grad im Schatten zu Beginn eines Abendspiels sind schon ungewöhnlich. Und auf dem Platz gab’s keinen Schatten, dafür aber die Helme auf. Nichts zum Neidischwerden.

"Da fragst du aber den Falschen. Mir macht Hitze gar nichts aus. Ich mag das sogar ganz gern", meinte Christian von Einem, ein Lions-Urgestein, ein Abwehrspieler.

Und so verwunderte es nicht, dass gerade in der Anfangsphase des Spiels von Einem loslegte wie die Feuerwehr. Die meisten seiner Nebenleute taten es ihm gleich. Und so schaffte es die Braunschweiger Defense, den keineswegs als schwächlich bekannten Gegner weit wegzuhalten von der eigenen Endzone. Nur ein einziges Mal, gleich am Anfang, kamen die Gäste bis knapp vor die 20-Meter-Markierung. Und sie nutzten das zu einem Fieldgoal. Danach war für sie bestenfalls knapp hinter der Mittellinie Endstation.

Die Defense der Lions zeigte bereits zum zweiten Mal in Folge eine überragende Leistung. Selbst der bekannte Rebels-Spielmacher Darius Outlaw blieb mit seinen gefürchteten Alleingängen fast immer im Ansatz stecken.

Während die Temperaturen mit fortwährender Spieldauer angenehmer wurden, blieb es auf dem Platz hitzig. Viele Fouls hüben wie drüben zerstörten den Spielfluss. Der Frust saß offenbar tief bei den Gästen. Auch sie hatten wohl nicht schauen dürfen, wie man einen stark einzuschätzenden Gegner in Grund und Boden spielt.

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