Eine Niederlage, die Mut macht

Braunschweiger Footballer unterliegen trotz starker Abwehrleistung gegen Kiel – Zwei dicke Patzer entscheiden

Abwehr-Hüne Fabian Bischoff von den Lions stürmt auf den Kieler Ballträger Simon Sommerfeld zu.    

Foto: Reißner

Abwehr-Hüne Fabian Bischoff von den Lions stürmt auf den Kieler Ballträger Simon Sommerfeld zu.     Foto: Reißner

BRAUNSCHWEIG. Footballer sagen: Es ist egal, wie du in der normalen Saison spielst. Erst wenn die Play-offs kommen, die K.o-Runde um die deutsche Meisterschaft, musst du deine beste Leistung zeigen können. Die Braunschweig Lions haben die Play-offs erreicht und damit ihr Hauptziel, weil Dresden gegen Essen siegte. Zumindest die Abwehr des deutschen Rekordmeisters befindet sich trotz der 7:20-Niederlage gegen Kiel in prächtiger Form.

"Heute haben nur ein paar Kleinigkeiten gefehlt, einige wenige Fehler haben den Unterschied ausgemacht. Wir waren gleichwertig", meinte Europameister Dennis Engelbrecht ganz und gar nicht unzufrieden. Sein Abwehr-Nebenmann Patrick Finke setzte noch einen drauf: "Wir haben gespürt, dass wir die beste Mannschaft des Nordens schlagen können. Und wenn wir das nächste Woche in Kiel auch wirklich tun, werden wir auch Meister."

Die Lions strotzen vor Selbstbewusstsein. Fast zum ersten Mal in diesem Jahr und genau zur richtigen Zeit. Davon konnten sich die Zuschauer auch schon während der Partie überzeugen. Zu keinem Zeitpunkt steckten die Lions auf. Erst der zweite fatale Fehler brachte dreieinhalb Minuten vor Schluss die Entscheidung.

Auch bei den Gästen stellte an diesem Tag die Abwehr das Prunkstück des Teams. Immer wieder durchbrachen die Verteidiger die Angriffslinie der Braunschweiger und machten Spielmacher Dennis Zimmermann das Leben schwer. Ballträger Jabari Johnson, der überraschend viele Spielanteile bekam und vor allem vor der Pause überzeugte, allerdings auch immer wieder von einer undurchdringbar scheinenden Abwehr-Mauer abprallte, klagte hinterher über Kopfschmerzen und haderte mit dem Schicksal: "Wir hatten wirklich eine Chance, das Spiel zu gewinnen. Kiel ist eine richtig gute Mannschaft", meinte Johnson und fügte fast trotzig hinzu: "Aber wir sind auch gut."

Zwei dicke Patzer erzwangen die Kieler mit ihrem enormen Druck auf den Braunschweiger Angriff. Und sie nutzen diese Chancen beide Male kurz danach zu Touchdowns. Die gnadenlose Fähigkeit, aus kapitalen Fehlern des Gegners Kapital zu schlagen, machte den Unterschied aus. Ein Spiel bleibt den Lions noch, um das für die Play-offs zu üben. Ausgerechnet in Kiel. Doch wie sagte deren brandgefährlicher Ballträger Simon Sommerfeld so schön: "Das ist eine richtig gute Mannschaft, die da in Rot auf dem Platz steht. Wenn man gegen Braunschweig spielt, ist das nie einfach."

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort