Lions-Trainer stellt sich schützend vor seine junge Mannschaft

Cook kritisiert aber Schiedsrichter-Entscheidungen und die vielen Fouls

Wie lässt sich die Berliner Abwehr knacken?. Lions-Chefcoach Javier Cook (von links) erläutert seinen Spieler Christoph Wolk, Yoan Schnee, Dennis Zimmermann und Christian Bollmann Angriffsvarianten. 

Wie lässt sich die Berliner Abwehr knacken?. Lions-Chefcoach Javier Cook (von links) erläutert seinen Spieler Christoph Wolk, Yoan Schnee, Dennis Zimmermann und Christian Bollmann Angriffsvarianten. 

BRAUNSCHWEIG. Die Adler hatten den Sieg auf dem Fuß, doch ihr Cheftrainer Dogan Özdincer zeigte sich zufrieden: "Ich kann mit dem Remis leben. Wir haben nach der Heimniederlage gegen Dresden wieder unser wahres Gesicht zeigt." Lions-Pressesprecher Rene Stammer hatte Özdincer gefragt, ob die Punkteteilung nicht ähnlich unbefriedigend wie ein Kuss der eigenen Schwester sei.

"Ja, wir waren nah dran am Sieg, aber die Braunschweiger Defensive ist auch sehr stark", schloss sich Florian Emslander aus der Riege der klar über 1,90 Meter großen Berliner Abwehrhünen seinem Coach an.

Lions-Cheftrainer Javier Cook hatte gleich nach Spielende seine Mannen zur Standpauke auf dem Rasen um sich versammelt. Er stellte sich schützend vor sein Team: "Wir verlieren gemeinsam und gewinnen gemeinsam." Allerdings zeigte er kein Verständnis für fehlende Disziplin. Aufgrund persönlicher Fouls hatte die Lions-Offensive bei zweiten oder dritten Versuchen wegen der Raumstrafen oft mehr als 20 Meter vor sich und verlor deshalb unnötig oft das Angriffsrecht.

Allerdings seien mehrfach Berliner Spieler zu ihm gekommen und hätten erklärt: "Diese Strafe gegen euch war nicht berechtigt", haderte Cook, der zwischen 1992 und 2001, bis auf zwei Jahre in Hildesheim, verschiedene Trainerämter bei den Adlern bekleidet hatte, mit den Schiedsrichterentscheidungen.

Cook warb um Verständnis, dass angeschlagene Spieler wie Lukas Muganga, Christoph Wolk und Kelvin Love nicht 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abrufen können. Der personelle Umbruch im Team sorge dafür, dass Nachwuchskräfte wie Abwehrspieler Benjamin Krahl bereits in der Startformation stehen. Der würde seine Sache ebenso recht gut machen wie Passempfänger Oliver Krahl, dem in Köln zwei Touchdowns gelungen waren. Gegen die Berliner wäre einer hinzugekommen, wenn er Zimmermanns weiten Pass an der Seitenlinie unter Kontrolle bekommen hätte. Das Team benötigt noch Zeit, doch bereits in zwei Wochen reist der Spitzenreiter aus Kiel an. Rainbow, Flickinger und Greene werden Fehler gnadenlos bestrafen, um die Tabellenspitze zu verteidigen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort