Kurz und sicher statt lang und riskant

Nach dem Rauswurf von Trainer Javier Cook haben die Braunschweig Lions ihre Taktik umgestellt

Die Suche nach einer Anspielstation war für Lions-Spielmacher Dennis Zimmermann (links) zuletzt nicht immer einfach.   

Foto: Frank Rieseberg

Die Suche nach einer Anspielstation war für Lions-Spielmacher Dennis Zimmermann (links) zuletzt nicht immer einfach.    Foto: Frank Rieseberg

BRAUNSCHWEIG. Seit 2005 trägt Dennis Zimmermann nun schon das Trikot der Braunschweig Lions. Und der 28-Jährige wurde in all den Jahren stets vom Erfolg verwöhnt: Viermal ist der Spielmacher mit den Löwen deutscher Meister geworden, wurde in den Finals 2007 sogar zum wertvollsten Akteur gewählt.

Doch nun kommt es seit Wochen knüppeldick für Zimmermann und den Braunschweiger Bundesligisten: Angefangen bei den positiven Doping-Proben von Simon Haubold und André Krüger über die schwere Verletzung von US-Star Ryan Voss bis hin zur Entlassung von Trainer Javier Cook. "So eine Phase wie jetzt", sagt Zimmermann und zuckt ein wenig hilflos mit den Schultern, "habe ich auch noch nicht erlebt."

So sei es kaum verwunderlich, dass sich die Unruhe im Umfeld auf dem Rasen bemerkbar mache – drei Niederlagen in Folge sind dafür ein nicht zu übersehendes Indiz. Und für die meisten Akteure eine völlig neue Erfahrung. "Das muss man wohl sportliche Krise nennen", sagt Zimmermann, der gewissermaßen ein Sinnbild dafür ist. Denn auch dem Nationalspieler unterliefen in den vergangenen Wochen Fehler, um nicht zu sagen: ungewohnt viele Fehler. Das will der Quarterback auch gar nicht leugnen: "In vielen Punkten muss ich die Schuld auf mich nehmen."

Doch auch wenn der gebürtige Berliner bemüht ist, kein schlechtes Wort über den entlassenen Javier Cook zu verlieren, so ist ihm die Erleichterung über die Entscheidung des Vereins deutlich anzumerken. Das Problem, so Zimmermann, sei gewesen, dass Cook zwar ein guter Trainer, aber eben kein Motivator gewesen sei. "Football ist aber in erster Linie ein Motivationssport."

Schon in der vergangenen Saison, erinnert sich Zimmermann, habe es in diesem Punkt Probleme zwischen Trainer und Mannschaft gegeben, in einer Teamsitzung Mitte der Saison konnten die Wogen dann aber noch einmal geglättet werden. Zumal der sportliche Erfolg einiges überdeckt hat. Wobei schon damals Stimmen laut wurden, die Lions wären nicht wegen, sondern vielmehr trotz Cook Meister geworden.

Während der Ex-Trainer ein Freund von komplizierten und damit riskanten Spielzügen war, setzen seine Nachfolger nun auf das komplette Gegenteil. "Jetzt versuchen wir viel einfacher zu spielen", beschreibt Zimmermann das Konzept von Bastian Kypke, Knut Kasimir und Dogan Özdincer. Das sei für die Anhänger vielleicht weniger spektakulär, aber auch mit vielen kurzen Pässen könne man den Gegner zermürben. "Außerdem kriegt man dadurch automatisch wieder mehr Selbstbewusstsein."

Stuttgart Scorpions – Braunschweig Lions, Samstag 18 Uhr

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