Vorläufige Spielerlaubnis ist kein Grund zur Sorge

In zwei Tagen startet die Footballsaison – Gepräch mit Lions-Geschäftsführer Bösche

Geschäftsführer Oliver Bösche betrachtet die Braunschweig Lions als etablierte Marke in der deutschen Sportszene.    

Foto: Rudolf Flentje

Geschäftsführer Oliver Bösche betrachtet die Braunschweig Lions als etablierte Marke in der deutschen Sportszene.     Foto: Rudolf Flentje

BRAUNSCHWEIG. Dank ihrer sechs Titel sind die Braunschweig Lions deutscher Football-Rekordmeister. Mit dem Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft, Oliver Bösche, sprach Sportredakteur Thomas Saalfeld.

Die Lions haben keine Lizenz erhalten und treten nur mit einer vorläufigen Spielerlaubnis an.

Bösche: Es besteht kein Grund zur Sorge. Wir haben bis 2009 alle Rechte an den Lions von der insolventen Serviceteam GmbH gemietet. Der American Football Verband Deutschland bemängelt, dass nicht der Verein das Stadion mietet, sondern unsere Vermarktungsgesellschaft. Das machen wir, weil sonst die komplette Mehrwertsteuer von 19 Prozent anfällt und dies ein Loch in die Kasse reißt. Wir werden bis zum Oktober mit dem Verband eine Lösung für die Zukunft finden.

Werden wir die Lions künftig wieder um den Eurobowl spielen sehen, oder ist dieser Wettbewerb weder sportlich noch finanziell interessant, so dass lieber die 5000 Euro Strafe für den Verzicht gezahlt werden?

Der Verzicht ist nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Aber allein ein Bundesliga-Auswärtsspiel wie das am Samstag kostet uns knapp 8000 Euro. Wenn wir im Eurobowl nach Spanien oder Russland gar fliegen müssten, würde je Pokalrunde ein Minus von 25 000 Euro verursachen. Wenn der Verband einen Fördertopf für die am Eurobowl teilnehmenden Klubs einführt, wäre dies sicher hilfreich.

Bundesweit ist Football noch eine Randsportart. Nach dem zweiten Titel-Hattrick sind die Lions deutscher Football-Rekordmeister und so etwas wie eine etablierte Marke...

... Die Lions haben sich in der Region dank der Fans, der Mannschaft und unserer Ehrenamtlichen gleich hinter dem Fußball etabliert.

Ihr Bundesligateam umfasst mehr als 50 Spieler. Wie groß ist das Team, das hinter den Footballern steht und den Betrieb aufrecht erhält?

Das sind etwa genauso viele wie die Spieler. Wir haben ein Webteam, eine Vermarktungsgesellschaft und viele engagierte Helfer, die nur einen kleinen Obolus bekommen

Die Zahlen der Dauerkarten ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Wo liegt die Zahl jetzt

Der Verkauf ist noch nicht abgeschlossen. Auch dank der gut angenommenen neuen FanCard ist die Zahl ist wieder gestiegen. Sie sollte sich mit den Vip-Karten zwischen 2400 und 2700 einpendeln.

Bei welcher Zuschauerzahl schreiben die Lions eine schwarze Null?

Ungefähr bei 4500 zahlenden Besuchern. Inklusive der Freikarten wollen wir die Gesamtbesucherzahl von 5800 auf etwa 6000 pro Heimspiel steigern?

Die Zuschauer sorgen für den größten Teil der Einnahmen. Sind die Lions mittlerweile so erfolgreich, dass Ihnen auch die Sponsoren die Türen einlaufen?

Alle Werbeflächen auf den Trikots waren früh vergeben. Doch wir freuen uns natürlich nicht nur über weitere Fans.

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