Lions gehen im Finale auf Rekordjagd

Braunschweigs Footballteam kämpft in Frankfurt um den vierten deutschen Meistertitel hintereinander

Ausgangspunkt jedes Lions-Angriffs ist Spielmacher Dennis Zimmermann (Mitte). Der übergibt hier den Ball an Runningback Michael Andrew, für den rechts Prince Baffour bereits den Weg freiblockt.    

Foto: David Taylor

Ausgangspunkt jedes Lions-Angriffs ist Spielmacher Dennis Zimmermann (Mitte). Der übergibt hier den Ball an Runningback Michael Andrew, für den rechts Prince Baffour bereits den Weg freiblockt.     Foto: David Taylor

BRAUNSCHWEIG. Muskeln und Sehnen schmerzen – die Folgen einer langen und kräftezehrenden Football-Saison. Dennoch gilt es, am Samstag beim Endspiel um die deutsche Meisterschaft in der Frankfurter Arena noch einmal die letzten Kräfte zu mobilisieren.

Seine lädierte Schulter hat Dennis Zimmermann ebenso ausgeheilt wie eine schmerzende Fehlstellung seiner Rippen. Der Quarterback des Rekordmeisters Braunschweig Lions versichert: "Ich bin mindestens zu 95 Prozent fit."

Der 27-Jährige freut sich auf das Duell der Spielmacher gegen seinen früheren Lehrmeister Adrian Rainbow: "Dessen Routine ist zwar durch nichts zu ersetzen, aber unsere Abwehr wird ihn unter Druck setzen und hoffentlich zu Quarterback-Sacks und Balleroberungen kommen.

Im Gegensatz zum zehn Jahre älteren Kieler Spielmacher steht Zimmermann erst das zweite Jahr in der Startformation. Der beim German Bowl 2007 in Stuttgart zum wertvollsten Spieler gewählt Zimmermann hat auch die Last dieser Würde kennengelernt.

"Beim 14:33 in Kiel haben wir unser schlechtestes Spiel gemacht. Ich verspreche, das wird sich in Frankfurt nicht wiederholen. Wir werden mit einer top Einstellung ins Spiel gehen. Dies sind wir unseren Fan schuldig."

Zimmermann hofft auf 2000 mitreisende Fans und rechnet damit, dass die vom Ex-Braunschweiger Kent Anderson trainierten Kiel Baltic Hurricanes eine frühe, klare Führung anpeilen, um die Lions zu riskanten Pässen zu zwingen. "Wir haben 48 Minuten Zeit und dürfen uns nicht verrückt machen lassen", strahlt er Gelassenheit aus.

Zum vierten Mal hat Lions-Cheftrainer Javier Cook ein Team ins Finale geführt. Zweimal verließ er mit den Bergamo Lions als italienischer Meister den Rasen, einmal zogen die Lions im Eurobowl gegen Wien den Kürzeren. Cook: "Ich bin sicher, dass wir keine Geschenke wie in Kiel machen, wo wir durch Fehler dem Gegner neun erste Versuche ermöglicht haben."

Cook muss aufgrund einer Meniskus-Operation auf seinen Abwehrchef Sebastian Reilmann verzichten. Für ihn wird Remik Czeladzinski zusammen mit Andre Krüger und Dshay Herweg als Linebacker auflaufen. Zudem fehlen die an den Knien verletzten Ryan Davis und Simon Haubold.

Dafür hat Ulli Gravogl nach seiner Kniebänderdehnung das Trainingsprogramm bewältigt, so dass er eine Alternative für den Angriffsreihe ist. Das Team reist heute ins nahe Neu-Isenburg und soll um 23 Uhr den Zapfenstreich einhalten. Das Finale sorge für genug Würze, da müsse er seine Männer kaum noch extra motivieren, sagt Cook.

Am Spieltag will die Löwen-Garde ausschlafen und nach einem reichlichen Büfett mit Pasta und Geflügelfleisch zum Stadion fahren. Das Ziel ist der vierte deutsche Meistertitel hintereinander und der siebte insgesamt. Beides wären Rekorde.

Cook: "Einige Spieler bleiben nach dem Finale in Frankfurt. Unser Teambus fährt jedoch nach Hause. Wir werden alles tun, damit wir etwas zu feiern haben. Und falls wir Braunschweig nicht allzu spät erreichen, wäre es optimal, dort zu einer Meisterfeier einzukehren."

Braunschweig – Kiel, Frankfurter WM-Arena, Samstag, 15 Uhr, DSF überträgt direkt.

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