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Noch vier Tage  bis zum Football-Saisonstart – Tissy Robinson kam zum Training und erhielt Vertrag bei den  Lions

Neuling für die Passverteidigung: Tissy Robinson.    

Foto: Peter Sierigk

Neuling für die Passverteidigung: Tissy Robinson.     Foto: Peter Sierigk

BRAUNSCHWEIG. Meist macht der Verein einem Spieler den Wechsel schmackhaft, oder ein Vermittler bietet seine Kandidaten an. Einen ganz anderen Weg beschritt Tissy Robinson (20). Der Cornerback bewarb sich per E-Mail bei Lions-Manager Dirk Miehe.

Der Football-Passverteidiger überzeugte erst Miehe und im Probetraining beim Meister in Braunschweig auch Chefcoach Javier Cook und dessen Trainerstab. Dabei hatte der Sohn eines Amerikaners und einer deutschen Mutter bis zu seinem 17. Lebensjahr Fußball beim TSV Emmerthal im Weserbergland gespielt. Doch innerhalb von nur drei Jahren an der High School und im Chadron State College im US-Bundesstaat Nebraska holte der 1,93 Meter große und 85 Kilo leichte Athlet schnell den Rückstand gegenüber seinen dortigen Mitspielern auf, die meist schon als Kinder mit dem Lederei gespielt hatten.

Der an der Graceville High School im sonnigen Florida anfangs nur als Kicker eingesetzt Mann mit kurzen Zöpfen bekam bald Spielzeit als Wide Receiver und Safety. Mit einer 100m-Meter-Zeit von 10,9 Sekunden war Robinson ohnehin Schnellster der Schule und erhielt ein Football-Stipendium an dem Kleinstadt-College, das immerhin in der zweiten Footballliga um Punkte spielte.

"Unser Team dort schätze ich sogar noch stärker ein als die Lions", erzählt der 20-Jährige. "Wir haben täglich trainiert, oft sogar morgens vor dem Unterricht. Die Trainer können aus 60 bis 70 Spielern ihren Kader auswählen. Der Konkurrenzkampf ist irre hart."

Nach seiner Rückkehr zur Mutter nach Deutschland will er aus Hameln bald nach Braunschweig umsiedeln und mit Safety DeMario Williams eine gemeinsame Wohnung beziehen "Tissy wird mal ein Guter", hält auch Passempfänger Kelvin Love große Stücke auf seinen neuen Mitspieler. Cook versichert: "Jeder Spieler bekommt Chancen, sich zu zeigen. Wer diese nutzt, erhält mehr Spielzeit als die anderen."

An Selbstvertrauen mangelt es Tissy Robinson keineswegs. Es muss die Bundesliga sein. Auch beim Ligarivalen Hamburg Blue Devils hatte er angeklopft und prompt eine Zusage bekommen. Dass sich der Passverteidiger für das Angebot der Lions entschied, begründet er zwar mit der Nähe zur Mutter und Schwester, aber auch mit der Chance, beim Meister weiter zu lernen und auf Titel hoffen zu dürfen.

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