"Manche Spieler stoßen an Grenzen"

Lions-Trainer Javier Cook fordert von den Anhängern Geduld für seine neuformierte Mannschaft

Gibt die Richtung vor: Lions-Trainer Javier Cook.   

Foto: Archivfoto

Gibt die Richtung vor: Lions-Trainer Javier Cook.    Foto: Archivfoto

Vier Jahre lang waren die Braunschweig Lions in Football-Deutschland das Maß aller Dinge. Nach dem personellen Umbruch vor Saisonbeginn muss man sich beim amtierenden Meister erst wieder ans Verlieren gewöhnen. Über diese Erfahrung sprach Redakteur Christian Schiebold mit Lions-Chef-Trainer Javier Cook.

Herr Cook, hat Ihnen das 7:37-Debakel gegen Berlin diese Woche schlaflose Nächte bereitet?

Keine Frage, so eine Niederlage muss man erstmal verdauen. Aber es hilft ja alles nichts: Wir müssen daraus lernen und wieder auf die Beine kommen. Natürlich haben wir im Training darüber gesprochen, was gut und was nicht so gut war. Aber Schuldzuweisungen brauchen wir wirklich nicht.

Die Niederlage gegen Tabellenführer Berlin kam ja nicht überraschend. Aber mal Hand aufs Herz: Hätten Sie damit gerechnet, dass es so deutlich wird?

Nein, habe ich nicht. Wir wussten, dass der Tabellenführer kommt und dass wir unsere Bestleistung hätten zeigen müssen, um zu bestehen. Das hat nicht geklappt. In der Abwehr haben wir kein Mittel gefunden, im Angriff war die Abstimmung nicht befriedigend. Manche Spieler sind da schon an ihre Grenzen gestoßen.

Die Lions sind zuletzt vier Mal in Folge deutscher Meister geworden. Wie schwer fällt es Ihnen, sich mit dem derzeitigen Mittelmaß abzufinden?

Man darf nicht den Fehler machen und das aktuelle Team mit der Meister-Mannschaft der Vorjahre vergleichen. Wir haben schließlich einen extremen Umbruch hinter uns, da muss man mit Niederlagen leben. Wir müssen den jungen Spielern Zeit geben, sich an das Niveau zu gewöhnen. Das geht nicht in einer Saison. Ich war mir dessen von Anfang an bewusst und habe kein Problem damit. Aber viele Leute im Umfeld interessiert das leider nicht.

Lassen Sie uns einen Blick nach vorne werfen. Samstag sind Sie mit Ihrem Team beim Tabellenletzten, den Dresden Monarchs, zu Gast. Ist das genau der richtige Gegner zu diesem Zeitpunkt?

Wir dürfen uns auf nicht vom Tabellenstand täuschen lassen. Dresden musste schließlich schon je zweimal gegen die Spitzenteams Berlin und Kiel antreten. Zudem haben sie sich vor der Saison sehr gut verstärkt. Quarterback Kyle Israel ist einer der besten Spielmacher der Liga.

Sind Sie froh, dass Sie nach dem Debakel letzte Woche diese Woche gleich wieder ran müssen?

Absolut. Die lange Pause vor dem Berlin-Spiel kam uns zwar in Anbetracht unserer vielen Verletzten ganz gelegen. Nun aber ist es gut, dass wir in den nächsten Wochen so viele Begegnungen in Folge haben, damit wir unseren Rhythmus finden können.

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