Kampfeslustig und erfolgshungrig

Alte Hasen wie Uckermann beleben bei den Lions den Geist vergangener Tage – Samstag kommt Meister Berlin

Vier, die bei den Lions auf dem Platz etwas zu sagen haben: (von links) Ludger Uckermann, Christian Petersen, Tyrre Burks und Chris Graham.    

Foto: Frank Rieseberg

Vier, die bei den Lions auf dem Platz etwas zu sagen haben: (von links) Ludger Uckermann, Christian Petersen, Tyrre Burks und Chris Graham.     Foto: Frank Rieseberg

Der Meister kommt! Das beste Footballteam des vergangenen Jahres fordert die schlechteste Nordgruppen-Mannschaft 2009 heraus. "Es wird schwer, aber wir werden gewinnen", versichert Ludger Uckermann. Und seine Stimme klingt fest entschlossen.

Es sind dieses Jahr ganz andere Lions, die in der German Football League, GFL, um Punkte kämpfen; andere Männer mit einer völlig anderen Einstellung als das Vorjahresteam. Sie sind erfolgshungrig, kampfeslustiger, und das Wort Aufgeben ist schlicht und einfach nicht in ihrem Wortschatz vorhanden.

Und mittendrin neben diesen jungen Wilden, die teils aus der zweiten Liga kamen, um in Braunschweig ihr Football-Glück zu finden, kämpft Uckermann mit – der "alte" Mann, der Center der Angriffsreihe, der Mittelpunkt der Tugenden, die den Lions einst das Prädikat unschlagbar einbrachten und den Titel deutscher Rekordmeister.

Uckermann, der gewichtige Mann mit der Nummer 60, spielt seit 1996 bei den Lions. Mit dem Titelgewinn 2008 beendete er seine Karriere – aber nur vorübergehend. "Es ist nicht unbedingt das Schönste, mit einem großen Sieg aufzuhören. Ich will aufhören, wenn ich bis zum Schluss den Spaß empfinde, der mich 20 Jahre lang dazu gebracht hat, diesen Sport auszuüben. Und bis auf den Titel war das 2008 nicht so toll", erinnert sich der 32-Jährige. Als sein langjährige Mitspieler in der Offenseline, Matthias Engisch, Cheftrainer wurde, gab es für Uckermann nicht viel zu überlegen, die Football-Rüstung wieder anzulegen.

"Matze verkörpert unsere Philosophie aus jener Zeit, als wir von der Einstellung her unschlagbar waren. Da war es egal, ob man kleine Blessuren hatte. Da hat sich nicht gleich jeder verletzt abgemeldet. Aber vielleicht ist das heute auch eine andere Zeit, die Jugend besitzt eine andere Mentalität", findet Uckermann. Andererseits sind es Männer wie er und Engisch, die den neuen Lions gerade diesen alten Geist einzuhauchen versuchen. Und der Funke scheint überzuspringen.

Die Fans merken, dass wieder etwas Großes wächst. Und auch die Gegner bekommen diesen neuen Kampfgeist, der in den roten Trikots steckt, zu spüren. "Berlin ist ein sehr harter Brocken. Schade, dass die Adler in Kiel verloren haben. Wir hätten ihnen gern den ersten Stich in dieser Saison versetzt. Aber wir werden vier Viertel nach vorn marschieren", kündigt Uckermann an, "und siegen." Keine Worte, die klingen wie ein Wunsch. Worte, die klingen wie ein Versprechen.

Braunschweig Lions – Adler Berlin, Samstag, 19 Uhr, Eintracht-Stadion

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