Lions triumphieren im Stile einer Spitzenmannschaft

46:7-Erfolg in Essen – Braunschweiger US-Spieler führten ihr Team in Spielrausch

Mit einem Grinsen im Gesicht rennt Abwehr-Ass Chris Graham mit dem eroberten Ball über das halbe Feld und erzielt einen Touchdown.    

Foto: Reißner

Mit einem Grinsen im Gesicht rennt Abwehr-Ass Chris Graham mit dem eroberten Ball über das halbe Feld und erzielt einen Touchdown.     Foto: Reißner

ESSEN. Die Braunschweig Lions erwischten einen Zuckertag, während bei den Essen Cardinals in brütender Hitze die Schokoladenseiten in minutenschnelle dahinschmolzen. Mit 46:7 (10:0, 14:0, 7:0, 15:7) siegte der Rekordmeister auch in der Höhe verdient.

"Ich glaube bei den nächsten Heimspielen setze ich die Jungs erstmal in den Bus und lasse sie eine Runde ums Stadion drehen", scherzte Lions-Cheftrainer Matthias Engisch angesichts der zuletzt starken Auswärtsauftritte und der immer wieder mal schwachen Heimspiele.

Am Samstag wurde vor nur wenigen Hundert Zuschauern, davon ein Drittel Braunschweigern, der grundsätzliche Unterschied zwischen Cardinals und Lions deutlich: Die einen haben keine schlagkräftige Alternativen, ihr Spiel aufzuziehen. Und die anderen sind nicht zu stoppen, wenn sie es schaffen, aus ihren vielfältigen Möglichkeiten das Beste zu machen.

"Die Essener haben nichts gezeigt, was uns überrascht hat. Wir haben uns auf ihre Stärken gut vorbereitet", sagte Engisch.

Hinzu kam, dass die Lions vom Anpfiff an unmissverständlich klar machten, dass sie den Sieg unbedingt haben wollten. Diese Entschlossenheit ließen die Braunschweiger zuletzt bei der 7:38-Niederlage gegen die Berlin Adler vermissen.

Essen agierte im Angriff gewohnt eindimensional über ihre Stars, Spielmacher Ben Widmyer und Ballträger Dervon Wallace. Die Lions dagegen präsentierten schon wieder neue Angriffsvarianten. Standen zuvor jeweils ein Spiel lang die Ballfänger Philipp Dohrendorf, Leif-Gerit Keferstein oder Christian Bollmann im Mittelpunkt, war es diesmal Tyrre Burks, der neben dem überragenden Ballträger Austin Scott entscheidende Nadelstiche setzte.

Überhaupt die Amerikaner der Lions, sie spielten ihre Rolle als Anführer so perfekt wie noch nie in dieser Saison. Von ihrem unermüdlichem Engagement bei brütender Hitze ließen sich die Nebenleute anstecken, mitreißen. In der Abwehr war es Chris Graham, der die Zeichen setzte. Und schon zur Pause stand fest: Die Cardinals sind physisch und psychisch hoffnungslos unterlegen.

Graham gelang als Krönung sogar noch ein Touchdown nach einem erzwungenen Ballverlust der Essener. "Ich habe ganz am Anfang meiner Football-Karriere auf dem College mal Ballträger gespielt. War das eine Freude, als ich den Ball auf mich zukommen sah", schilderte Graham die ungewöhnliche Szene. Haken schlagend war er dann mit dem Ball unter dem Arm über den halben Platz bis in die Essener Endzone gelaufen.

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