Ein undankbarer Job, aber der Schlüssel zum Erfolg

Lions haben Probleme in der Offenseline – Lupprian spielte erstmals als Center

Männer wie Lars Lupprian müssen aus besonderem Holz geschnitzt sein. Denn Footballer aus der Offenseline werden nur richtig wahrgenommen, wenn sie Fehler machen.

Lupprian spielt auf dieser Position schon seit über 20 Jahren – seit 2001 im Trikot der Braunschweig Lions. Die Offenseline muss den Quarterback schützen und Wege freiblocken für die Angreifer. Liefert sie einen guten Job, werden aber jene bejubelt, die daraus Kapital schlagen – Spielmacher, Ballträger, Ballfänger.

"Gerade deshalb sind wir eine absolut eingeschworene Einheit", erklärt der 38-Jährige, der zum Saison-Auftakt gegen Dresden eine Premiere erlebte. Da Center Ludger Uckermann verletzt ausfiel, wurde Lupprian wegen seiner Erfahrung von Cheftrainer Matthias Engisch auf dieser Schlüsselposition eingesetzt.

Der Center muss dem Spielmacher blitzschnell bei der Spielzug-Eröffnung den Ball übergeben und sofort den ihm gegenüberstehenden oft stärksten Abwehrspieler in Schach halten. "Ich habe noch nie Center gespielt. Zweimal wurde das vergangene Woche trainiert. Das musste reichen", erzählt Lupprian. Und die Ballübergabe lief sogar überraschend perfekt.

Wiederholen möchte er dieses Experiment aber trotzdem nicht. "Ich habe mich extrem darauf konzentriert, dass die Ballübergabe klappt, dann aber meine Blockaufgaben nicht so gut erledigt", gibt er zu. "Ich hoffe, am Samstag in Plattling kann ich wieder auf meiner Stammposition spielen."

Zu entscheiden hat das Engisch, sein alter Weggenosse. Jahrelang standen beide nebeneinander im Lions-Trikot in der Offenseline. Eingeschworene Kumpels hin und her. Nun ist Engisch Lupprians Boss. "Ich habe damit kein Problem. Wir alle lieben ihn, wie er ist. Manchmal muss er halt auch mal laut werden. Er fordert uns. Er ist hart, aber gerecht", findet Lupprian.

Da gegen Dresden auch noch Jan Apitz verletzt ausgefallen ist und auch in Plattling fehlen wird, ist die Aufgabe für die Offenseline nicht eben leichter geworden.

Lupprian: "Wir wissen, dass wir unser Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft haben. Wir gehen aber davon aus, dass Plattling ähnlich spielt wie Dresden. Wenn das so ist, haben wir die Chance zu zeigen, dass wir aus unseren Fehlern schnell lernen können."

Plattling Black Hawks – Braunschweig Lions, Samstag, 15 Uhr.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort