"Wenn ich gehen soll, muss man mich schon aus der Stadt jagen"

Phil Hickey blickt optimistisch in seine Zukunft mit den Lions. 

Phil Hickey blickt optimistisch in seine Zukunft mit den Lions. 

BRAUNSCHWEIG. Viele Menschen können viel kaputt machen, wenige reichen dafür vielleicht auch schon aus. Was kann da ein einzelner Mann ausrichten? Alles! So lautet die Antwort im Falle der New Yorker Lions Braunschweig.

Es war allerdings erst ein sportlicher Zusammenbruch und eine finanzielle Lage nötig, die einer kapitalen Pleite gleich kam. Als alles aus zu sein schien während der sechswöchigen Sommerpause, griff der Namenssponsor entschieden ein. Mit Geld, aber auch mit klaren personellen und Erfolgs-Vorstellungen. Seitdem heißen Trainer und Geschäftsführer Phil Hickey. Und seitdem war Woche für Woche ein spielerischer Fortschritt zu erkennen. Als Krönung gab es am Samstag im letzten Saisonspiel der Lions den ersten Sieg nach neun bitteren Niederlagen.

Und weil Verbesserungen im Sport so lange nicht wirklich zählen, bis auch Punkte dabei herausspringen, atmete Hickey ersteinmal tief durch. "Dieser Sieg war unglaublich wichtig für die Spieler, für die Fans und überhaupt für die Lions", entfuhr es dem Coach. Und wohl auch für ihn, der bisher nur einen Vertrag bis Oktober besitzt.

"Ich denke, es wird nur eine Formsache sein, dass ich einen längerfristigen Vertrag erhalte. Ich habe bisher von allen wichtigen Seiten nur positive Reaktionen auf meine Arbeit bekommen", erklärte Hickey. Er räumte allerdings ein, dass bei den Lions noch nicht alle finanziellen Dinge geregelt sind. "Es stimmt, es gibt noch ein paar Dinge, die ich zwar nicht zu verantworten habe, weil sie vor meiner Zeit in Braunschweig entstanden sind, die ich aber aufräumen muss."

Warum der ehemalige Quarterback, der seit vielen Jahren als Trainer und Football-Manager in Deutschland arbeitet – unter anderem im Kreis der Nationalmannschaft – nicht gleich einen längerfristigen Vertrag erhalten hat, ist Hickey klar. "Ich bin bekannt dafür, dass ich nicht sehr lange irgendwo gearbeitet habe. Da muss man auch erstmal Vertrauen zu mir aufbauen. Das verstehe ich."

Und wie lange kann er sich vorstellen, bei den Lions zu arbeiten? "Dieser Job hier in Braunschweig ist der, den ich mein Leben lang gesucht habe. Ich will unbedingt bleiben und etwas bewegen. Und mich würde es auch nicht im Geringsten stören, in Braunschweig 20 Jahre lang zu arbeiten. Wenn ich gehen soll, muss man mich schon aus der Stadt jagen", sagte Hickey mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.

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