Lions feuern Importspieler – "Zu teuer für zu wenig Leistung"

Bei Braunschweigs Footballern räumt der neue Cheftrainer und Geschäftsführer Phil Hickey gründlich auf

Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, ist das schon blöd. Bei den Lions-Footballern gibt es seit dieser Saison so viele linke und rechte Hände wie noch nie, die in der Organisation mithelfen und mitwirken. Gesprochen wird zudem mit vielen Häuptlings-Zungen.

Nicht immer sind die Aufgabengebiete glasklar umrissen. Von wem auch? Es gibt einfach niemanden bei den Braunschweigern, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Alle wirken und arbeiten sicherlich hart für den deutschen Rekordmeister, aber ehrenamtlich, also am Feierabend. Und Aufgaben, die überlappen, werden auch gern schon einmal doppelt erledigt. Oder gar nicht.

Damit ist seit zehn Tagen Schluss.

Phil Hickey, der neue Macher bei den Lions, ist Cheftrainer und Geschäftsführer in einer Person (wir berichteten), muss also Personalausgaben und Einnahmen ausloten, darf Wünsche haben, sie sich aber nicht immer erfüllen. Da muss keine linke Hand mehr mit irgendeiner rechten telefonieren.

Was das bringt, hat in kürzester Zeit Douglas Freyer erfahren müssen. Unmittelbar nach Hickeys Verpflichtung strahlte der US-Angreifer noch Seite an Seite mit dem neuen Chefcoach auf einem Foto. Inzwischen wurde sein Vertrag aufgelöst, und Fryer befindet sich wieder in seiner Heimat.

"Ich erwarte von einem Importspieler, der so viel Geld bekommt, dass er Vorbild ist, eine Führungsrolle spielt. Dazu fehlte ihm aber die richtige Einstellung. Ich habe ausgelotet, was er kostet und was er bringt und dann eine harte Entscheidung treffen müssen", erklärt der Geschäftsführer nach offenbar inniger Rücksprache mit dem Cheftrainer.

Zu allem Überfluss ist den Lions – wie nach dem kompletten organisatorischen Neuanfang mit reichlich Pech und Fehlentscheidungen zu erwarten war – das Geld ausgegangen. Doch pleite sind sie nicht. "Wir haben mit New Yorker einen Partner, der fest zu uns steht", sagt Hickey. Trotzdem verbieten sich ab sofort jegliche Ausgaben, die nicht dem sportlichen Erfolg dienen. Denn die Geduld des Hauptsponsors hat Grenzen – und einen Preis: "New Yorker wünscht sich, dass wir möglichst bald wieder deutscher Meister werden."

Da haben die Lions aber alle Hände voll zu tun. Und ausnahmsweise mal das Gleiche mit den linken wie mit den rechten – nämlich an einem Strang zu ziehen.

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