"Die Lions haben die besten Fans"

Der frühere Braunschweiger Angreifer Marvin Joppe reist mit München Cowboys zum Football-Viertelfinale an

Lions-Publikumsliebling Kelvin Love (vorn) weiß, dass die eigenen Fans zum zwölften Feldspieler werden können, aber auch kritisch sind.– War viele Jahre ein Löwe und ist studienbedingt ein Cowboy geworden: Angreifer Marvin Joppe (oben rechts kleines Bild).   

Foto: David Taylor

Lions-Publikumsliebling Kelvin Love (vorn) weiß, dass die eigenen Fans zum zwölften Feldspieler werden können, aber auch kritisch sind.– War viele Jahre ein Löwe und ist studienbedingt ein Cowboy geworden: Angreifer Marvin Joppe (oben rechts kleines Bild).    Foto: David Taylor

BRAUNSCHWEIG. Javier Cook nimmt seine Mannen in die Pflicht: "Jeder weiß, um was es geht und wird 100 Prozent geben." Das Viertelfinal-Heimspiel der Lions am Samstag ab 19 Uhr gegen die München Cowboys ist kein Selbstgänger.

Diese Binsenwahrheit wird unterstrichen durch die 14:33-Packung des deutschen Footballmeisters in Kiel. "Wir waren nicht immer konzentriert und sind für Disziplinlosigkeiten bestraft worden", hat Lions-Cheftrainer Javier Cook erkannt. Er muss Christian Bollmann ersetzen, der über Schwindelgefühle und Kopfschmerzen klagt und noch immer nicht weiß, was hierfür die Ursachen sind. Zudem fehlt Rene Dittmann aus privaten Gründen.

Cook freut sich auf das Trainer-Duell mit Münchens Coach John Rosenberg, der 2003/2004 unter Troy Tomlin Abwehrkoordinator in Braunschweig war und mit Cook in Berlin und bei den Bergamo Lions gearbeitet hat. Cook: "Jeder glaubt zu wissen, was der andere denkt. Es macht den Reiz aus, ihn mit ein paar raffinierten Spielzügen zu überraschen." Im Falle eines Sieges müssten die Lions zum Halbfinale in Marburg antreten oder hätten Heimrecht gegen die Dresden Monarchs.

"Normalerweise sind wir klarer Außenseiter, aber wenn die Lions so spielen wie in Kiel, dann haben wir eine reelle Chance auf das Halbfinale", sagt Marvin Joppe. Der 22 Jahre alte Angreifer der Münchner Cowboys erlernte als Neunjähriger das Football-Abc auf der Roten Wiese und wechselte vor einem Jahr aufgrund seines Studiums der Forstwissenschaften aus Braunschweig an die Isar.

"Mir geht es wie Lukas Podolski, wenn der gegen Polen auflaufen muss", sagt Joppe, dessen Eltern im Ortsteil Wenden leben. Er will unbedingt gewinnen, schwärmt aber gleichzeitig von der tollen Atmosphäre im Eintracht-Stadion. Das fachkundige Publikum sei das beste in Deutschland.

Joppe lobt auch seinen neuen Klub in den höchsten Tönen: "Unser Trainer John Rosenberg ist ein Genie, und unsere Abwehr ist top." Weitere Pluspunkte des Aufsteigers und Südgruppen-Dritten seien ein niedriges Durchschnittsalter von knapp 25 Jahren und die Tatsache, dass selbst der einzige US-Amerikaner im Team, Quarterback Travis Harvey, unbezahlter Amateur wie seine Mitspieler sei.

Egal wie die Partie am Samstag endet, der Mann im Cowboys-Trikot mit der Nummer 65, die er auch für die Lions trug, wird ein paar Tage bei der Familie bleiben und will am Sonntag im Kino an der Langen Straße mit seinen früheren Mitspieler Party machen, wenn denen die Meisterschaftsringe für die Titel 2005 bis 2007 überreicht werden.

Falls die rasante Entwicklung des Münchner Teams weiter voranschreitet, dann dürfte es bald gar in den kleinen Kreis der Titelanwärter aufrücken.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort