An Berliner Mauer Zähne ausgebissen
Football-Bundesliga: Lions trennen sich 10:10 von den Adlern – Durch Raumstrafen selber um Erfolg gebracht
BRAUNSCHWEIG. "Brett Hall muss sehen, dass ich auf der Seite lauere", spielte Muk Kang seine Top-Aktion mit dem 44-Meter-Touchdown-Lauf herunter. Der Braunschweiger Abwehrmann hatte das Zuspiel des Berliner Quarterbacks auf den linken Flügel vorausgeahnt. Mit dem abgefangenen Ball, den er bis in die Berliner Endzone zum 9:3-Zwischenstand zurücktrug, schien er das Spiel im dritten Durchgang zu Gunsten der Lions zu drehen.
Das Verfolgerduell der Football-Bundesliga zwischen den Lions und den Hauptstädtern war allerdings arm an Höhepunkten wie dem Fieldgoal-Versuch aus 57 Metern. Hierbei vergab Steffen Dölger knapp zwei Minuten vor dem Schlusspfiff die Entscheidung für den deutschen Meister. Es war einfach zu weit. Beim Saisonauftakt in Stuttgart hatte der Lions-Kicker aus beachtlichen 45 und 50 Metern den Kick verwandelt.
Den Spezialisten der Lions für die Fieldgoal-Abwehr war es neun Sekunden vor Schluss zu verdanken, dass wenigstens ein Punkt in Braunschweig blieb. Die Abwehr-Asse kämpften sich durch den gegnerischen Block, warfen sich in einen Schuss von Adler-Kicker Thomas Schwambach und verhinderten dessen Versuch aus 32 Metern.
Mit kurzem Laufspiel, bei dem meist erst im dritten Anlauf der nächste erste Versuch erreicht wurde, hielten die Berliner den Lions-Angriff lange vom Feld fern. Und wenn die Lions mal einen größeren Raumgewinn feierten, dann brachten sie sich oft durch Regelverstöße und den damit verbundenen Raumverlust um die Früchte ihrer Bemühungen.
So war es, als Passempfänger Kelvin Love erst den gegnerischen Verteidiger wegschob, ehe er den von Spielmacher Dennis Zimmermann etwas zu hoch geworfenen Ball fing.
Die Lions bissen sich an der Berliner-Abwehr die Zähne aus. Einzig Runningback Prince Baffour betätigte sich ab und zu als "Mauer-Specht" und kam in drei Versuchen zu bescheidenden 13 Metern Raumgewinn. Jabari Johnson und Kelvin Love blieben bei ihren Läufen hingegen wirkungslos. "Die Berliner 130-Kilo-Schränke bekommt man in der Mitte nicht weg. Deshalb haben wir es vornehmlich mit Pässen versucht", erläuterte Lions-Cheftrainer Javier Cook die Offensivtaktik. Er überlegt, ob er David DeArmas aus der Abwehr zu den Passempfängern beordert, damit die jungen Receiver um Stefan Bollmann und Simon Haubold entlastet werden.



