Alarmstufe Rot für die Lions-Abwehr
Braunschweiger Footballer spielen im Eurobowl bei Titelverteidiger Innsbruck um den Halbfinal-Einzug
BRAUNSCHWEIG. Nach vier Spielen zum Einrollen müssen die deutschen Football-Meister Braunschweig Lions am Samstagabend in Innsbruck erstmals richtig in Fahrt kommen. Die gastgebenden Raiders gelten als die mit Abstand härtesten Gegner in der noch jungen Saison für den völlig neu formierten deutschen Rekordmeister.
Es geht um den Einzug ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister, quasi der Champions League, die im Football Eurobowl heißt. Innsbruck steht in der aktuellen Rangliste des europäischen Verbandes auf Rang zwei, hinter Graz und vor Wien. Die Lions sind Sechste. Allerdings tauchen in der Rangfolge nur Teams auf, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen oder jüngst teilgenommen haben.
Die beste, weil Mut machende Nachricht ist wohl die: Die Österreicher sind verwundbar, haben bereits zwei Spiele in der heimischen Liga verloren – gegen Graz und Wien. Wien wurde im Rückspiel allerdings deklassiert. Für die Raiders steht einiges auf dem Spiel. Innsbruck tritt als Eurobowl-Champion an.
Den Sieger aus diesem Spiel erwartet ein finnischer Gegner im Kampf um den Endspiel-Einzug; die Seinäjoki Crocodiles oder die Porvoo Butchers. Auch wenn den Braunschweiger Spielern verboten ist, bereits daran zu denken, so machen sich die Lions-Verantwortlichen bereits Gedanken, ob sie im Fall der Fälle eine enorm lange, Kraft zehrende Reise auf sich nehmen, oder ob sie das Heimrecht im Halbfinale kaufen wollen. Spieltermin wäre der 13. Juni.
Doch erst einmal muss in Innsbruck die Härte-Prüfung bestanden werden. Besonders heiß auf das Duell ist Braunschweigs neuer Star-Angreifer Ryan Voss. Der US-Amerikaner spielte im Vorjahr noch für die Raiders und war maßgeblich am Eurobowl-Sieg beteiligt.
Der Schlüssel für einen Lions-Erfolg dürfte am Samstag allerdings weniger im bislang schon recht gut funktionierenden und vor allem sehr flexiblen Angriff liegen. Die Abwehr wird so stark wie dieses Jahr noch nie unter Druck stehen. Denn der Innsbrucker Angriff gilt als das Prunkstück des Teams.
Auch gegen schwächere Gegner hatten die Lions bislang Probleme, über die gesamte Spielzeit ein gleich hohes Niveau in der Defensive zu halten. Hinzu kamen Abstimmungsprobleme, mangelnde Konzentration und Undiszipliniertheiten. All das muss besser werden, wenn der Meister meisterlich in Fahrt kommen will.
Eurobowl-Viertelfinale: Innsbruck – Braunschweig Lions, Samstag, 20 Uhr.



