Acht Lions wurden nominiert für das Nationalteam
Länderspiel in Frankreich in der Saison-Schlussphase
Seit zwölf Jahren gelten die Braunschweig Lions in Deutschland als das Maß aller Dinge. Deshalb wird man nicht immer Meister. Aber für die deutsche Endspiel-Teilnahme hat es immer gereicht – und zum Titel deutscher Rekordmeister.
Zur Zeit läuft es sportlich nicht optimal für die Lions. Sie müssen kämpfen, um sich überhaupt für die Play-offs zu qualifizieren, für die K.o-Runde um die Meisterschaft. Der Grund ist ein extremer personeller Umbruch im Team, einhergehend mit einer radikalen Verjüngungskur.
Die Folge: Es fehlt manchmal an Konstanz, es fehlt blindes Verständnis auf dem Platz und auch Erfahrung. Aber es mangelt nicht an individueller Klasse. Der Beweis: Der Trainerstab der deutschen Nationalmannschaft um Leistungssportdirektor Marshall Happer hat acht Braunschweiger für das 45-köpfige Aufgebot für das Freundschaftsspiel gegen Frankreich am 1. August in Valence nominiert. Kein anderes Team stellt für diese Partie so viele Akteure.
Berufungen erhielten die Angriffsspieler Dennis Zimmermann, Marten Töwe, Patrick Neff, Dominic Hanselmann und Christian Bollmann sowie die Abwehr-Asse Christian Fuchs, Jens Heinecke und Christian Petersen.
Allerdings kommt das Länderspiel den Braunschweigern nicht gerade wie gerufen. Ausgerechnet vor den drei entscheidenden letzten und sehr schweren Spielen der regulären Saison gegen Kiel (zweimal) und Berlin droht den besten Lions ein zusätzliches Verletzungsrisiko.
So dramatisch sieht es Lions-Sportdirektor Dirk Miehe nicht: "Ersteinmal gibt es für einen Sportler doch nichts Schöneres, als für Deutschland zu spielen. Zweitens zeigt die Nominierung von acht unserer Spieler doch, dass wir recht ordentlich besetzt sind mit deutschen Akteuren."
Und er gibt zu bedenken: "Wann sollen denn Länderspiele sonst stattfinden? Während der Play-offs? Oder erst nach der Saison Mitte Oktober? Dass man Nationalspieler abstellt, gibt es doch in allen Teamsportarten. Und irgendwie passt das den Klubs doch immer nicht. Ich sehe das Ganze weder mit Begeisterung, noch mit großem Entsetzen", erklärt Miehe.