Abwehr öffnet das Tor zum Endspiel
Starker Braunschweiger Defensivreihe gelingen sechs Quarterback-Sacks gegen Marburg
BRAUNSCHWEIG. Ihrer meist sattelfesten Abwehr verdanken die Braunschweig Lions den Einzug ins Finale der Football-Bundesliga. Dort treffen sie am 6. Oktober auf den Gastgeber Stuttgart Scorpions, der mit 19:14 die Berlin Adler ausgeschaltet hat.
Allein sechs Quarterback-Sacks gelangen den Braunschweigern gegen Spielmacher Joachim Ullrich. Allein drei Mal wurde der Marburger Regisseur durch den 1,97 Meter großen und 118 Kilo schweren Christian von Einem gestoppt. Ihm gelangen damit in 14 Saisonspielen insgesamt 14 Sacks.
"Wir haben 21 Punkte zugelassen, das ist zuviel", zeigte sich von Einem sehr selbstkritisch. Wenngleich Kelvin Love im Schlussviertel bei einer Abwehraktion ausgerutscht war und damit Marburgs Pass-Empfänger Filip Pawelka den Weg zur Resultatsverkürzung auf 18:26 ebnete, so ließ die Abwehr der Lions den Gästen kaum Zeit zum Spielaufbau. Dass Cheftrainer Gary Spielbuehler seinen Starspieler Love lautstark zusammenstauchte, belegt, dass der Coach befürchtete, die Partie könnte noch eine späte Wende nehmen. Dennoch zeigte sich Spielbuehler versöhnlich: "Ich bin stolz auf mein Team. Wir haben den Nauaufbau geschafft, das hatten den Lions etliche nicht zugetraut."
Als Clark Cedric vier Minuten vor Spielende noch ein Safety gegen Lions-Quarterback Dennis Zimmermann gelang, waren die Gäste plötzlich bis auf fünf Punkte heran. "Ich hätte den Ball nur ins Seiten-Aus werfen müssen, dann wäre die Gefahr gebannt gewesen", bekannte Zimmermann nach Spielschluss.
Dass es nach der 26:12-Führung überhaupt wieder so knapp wurde, lag an ungewohnten Fangfehlern der Lions. Jörg Heckenbach zwei Mal und auch Olaf Fischer vermochten die recht genauen Anspiele ihrer Quarterbacks Zimmermann und Matt Crockett nicht unter Kontrolle zu bringen.
Sollte die alte Sportregel sich bewahrheiten, laut der die beste Abwehr einer Liga den Titel garantiert, der beste Sturm nur das eine oder andere Spiel entscheidet, so dürften die seit 1997 ohne Unterbrechung in jedem Endspiel stehenden Lions mit guten Aussichten nach Stuttgart fahren. Seit 1999 trägt von Einem das Lions-Trikot, aber nur drei Mal siegte sein Team. Diese Finalstatistik gilt es unbedingt zu verbessern.