Abwehr-Bollwerk als Titel-Garant
Starke Defensive der Lions stoppt das Stuttgarter Laufspiel – Spielbuehler im ersten Jahr gleich Meistertrainer
STUTTGART. Selbst beim Stand von 14:0 für seine Lions verfolgte Angriffsreihen-Trainer Eric Yuma höchst konzentriert den Ankick zur zweiten Halbzeit. Erst als den Gastgebern bei klarer 27:6-Führung der Braunschweiger die Zeit davonlief, verließ Yuma knapp zwei Minuten vor Spielende seinen Posten auf der Tribüne das Waldau-Stadions und lief zum Feiern mit den Spielern und Trainerkollegen herunter in den Innenraum.
Ehe der zweite Titel-Hattrick und das Aufschließen zum bislang alleinigen Rekordmeister Düsseldorf Panther mit sechs Erfolgen feststand, mussten die Lions das Laufspiel der stärksten Angriffsreihe der Football-Bundesliga stoppen.
Dies gelang im ersten Viertel nur wenige Meter vor der Endzone. Zuvor hatten sich im Wechsel der stark beginnende Quarterback Ira Vandever und der physisch sehr starke Runningback Patrick Geiger Meter um Meter Richtung Lions-Endzone durch die Abwehr gefräst. Fast neun Minuten benötigten die Lions, um erstmals in Ballbesitz zu kommen. Bereits den zweiten Lions-Angriff verwertete Pass-Empfänger Olaf Fischer, den Quarterback Dennis Zimmermann mit einem 68-Meter-Zuspiel auf die Reise in die Endzone geschickt hatte.
Der in vielen Sportarten gültige Satz "gute Angriffe gewinnen Spiele, aber die beste Abwehr sichert die Meisterschaft" gilt auch für die Braunschweiger. Die Abwehrhünen Dennis Engelbrecht, Christoph Königsmann, Christian von Einem, Gunnar Winkler sowie Christian Petersen und Winston Huggins knüpften ein engmaschiges Netz, in dem sich die Scorpions verfingen.
Pech für die Gastgeber, dass ihr zweiter Runningback Tony Avella nicht fit war, nur zwei Angriffe lief und mit sechs Metern Raumgewinn eine stumpfe Waffe blieb.
Unterstützt von den immer stärker mit ihren Sprechchören die Oberhand gewinnenden gut 1000 Lions-Anhängern gewannen die Braunschweiger selbst den Laufspiel-Vergleich mit 125:89 Metern. Keine Zweifel daran, wer als Sieger das Spielfeld verlassen würde, ließen die Ballträger. Allerdings wirkte Jabari Johnson anfangs übermotiviert und ließ zweimal den Ball fallen. Erst im Schlussviertel glitt Laurent Marceline wie ein heißes Messer durch die Butter, die Stuttgarter Abwehr.
Die Anhänger der Scorpions unter den 8152 Zuschauern im Waldau-Stadion wurden immer ruhiger. Ihrem Team lief die Zeit davon. Der einzige Touchdown von Ira Vandever blieb nicht mehr als Ergebniskosmetik, weil sich die Lions-Abwehr auf ungewohnt weite Zuspiele der Scorpions einstellen konnte und die Pass-Empfänger jeweils mit zwei Abwehrleuten abschirmte.
In seinem ersten Jahr als Chefcoach holte Gary Spielbuehler den Finalsieg. Er zeigte eindrucksvoll, dass auch ein anderer Trainer als der bislang fünfmal den Titel gewinnende Kent Anderson, die Lions zur Meisterschaft führen kann.
STATISTIK:
Stuttgart Scorpions – Braunschweig Lions 6:27 (0:0, 0:14, 0:10, 6:3).
0:7 Olaf Fischer mit Touchdown nach 68- Meter-Pass von Dennis Zimmermann, Erhöhungskick durch Steffen Dölger.
0:14 Matt Crockett mit 18-Meter-Lauf; Erhöhung durch Dölger.
0:16 Andre Krüger gelingt Safety gegen Quarterback Ira Vandever in der Endzone.
0:24 Jörg Heckenbach mit Touchdown nach 9-Meter-Zuspiel von Zimmermann, Two-Point-Conversion Sebastian Reilmann auf Zuspiel von Kelvin Love.
6:24 Vandever mit 27-Meter-Lauf (der Versuch einer Conversion misslingt).
6:27 Dölger mit 44-Meter-Fieldgoal.

