HSV-Torhüter Adler hatte Angst vor Depressionen

Hamburg  Nationalmannschafts-Torwart René Adler hat in einem Interview die Angst vor einem Leidensweg wie dem von Robert Enke eingeräumt.

Der Torwart-Job verlangt René Adler viel ab.

Foto: Marcus Brandt

Der Torwart-Job verlangt René Adler viel ab. Foto: Marcus Brandt

«Wir haben gefühlt, dass wir ähnlich sind. Deshalb hat es mir ja Angst gemacht, dass ich einen ähnlichen Weg einschlagen könnte. Wir sind beide sehr sensibel und hatten keinen Bock, noch mehr Druck gegeneinander zu machen. Der Druck bei der Nationalmannschaft ist auch so groß genug», sagte Adler in einem Interview des Magazins «Stern». Enke, der frühere Keeper von Hannover 96, litt an Depressionen und brachte sich vor drei Jahren um.

Er selbst, erzählte Adler, der in dieser Woche in den Kreis der DFB-Auswahl zurückkehrte, habe aufpassen müssen, «dass ich nicht in eine Depression verfalle. Ich hatte mir viel zu viel Druck gemacht, der Körper sucht sich dann ein Ventil, bei mir waren das die vielen Verletzungen.» Während seiner langen Verletzungspause habe er auch über einen Rücktritt nachgedacht.

Als sein damaliger Verein Bayer Leverkusen in der Champions League antrat und Adler nicht mitspielen konnte, «war brutal zu spüren, dass man austauschbar ist. Mit dem Fußball aufzuhören, das wäre für mich damals genauso schlimm gewesen, wie wenn einer aus meiner Familie gestorben wäre.» Auch habe er sich schon in der Nähe des Stadions unwohl gefühlt. «Ich war froh, wenn ich wieder zu Hause war, hatte keine Lust, mit Leuten zu reden», sagte der 27-Jährige. (dpa)

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