96-Boss Kind kritisiert eigene Fans nach Krawallen

Hannover  Der Präsident des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind, hat nach den Ausschreitungen beim Pokalspiel gegen Dynamo Dresden auch die eigenen Fans scharf angegriffen.

Martin Kind ist der Präsident von Hannover 96.

Foto:  Peter Steffen

Martin Kind ist der Präsident von Hannover 96. Foto:  Peter Steffen

«Nicht nur die Dresdner, unsere haben genauso gewütet, nur nicht in der Menge. Sie haben auch Einlasskontrollen durchbrochen und Bengalos ohne jede Hemmung gezündet», schimpfte Kind in der «Neuen Presse».

Am Mittwoch war es am Rande des DFB-Pokalspiels, das 96 im Elfmeterschießen gewann, zu Krawallen gekommen. Dabei waren neun Menschen verletzt und 18 Dynamo-Fans vorläufig festgenommen worden. Die Polizei in Hannover hatte bisher vor allem die Anhänger des Zweitligisten für ihr aggressives Verhalten kritisiert. «Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände», wurde ein Polizist zitiert. Der DFB-Kontrollausschuss nahm Ermittlungen gegen Dynamo auf.

Kind jedoch zeigte sich auch vom Verhalten der 96-Fans «tief enttäuscht, weil wir im Vorfeld viele Gespräche mit den Ultras geführt und die Dinge deutlich angesprochen haben». Kind liegt seit Wochen im Clinch mit den eigenen Fans, weil er immer wieder deutliche Worte für deren Verfehlungen findet. Neben seiner dauerhaften Kritik an Bengalos waren Kind zuletzt auch Fahnen mit dem Konterfei des Hannoveraner Massenmörders Fritz Haarmann übel aufgestoßen. (dpa)

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