Was es mit dem Torjubel des Eintracht-Kapitäns auf sich hat
Braunschweig Ein YouTube-Video eines südkoreanischen Rappers diente den Eintracht-Fußballern am Samstag als Inspiration.
Dennis Kruppke ist für gewöhnlich niemand, der seine Tore exzessiv feiert. Aus dem Alter, in dem er sich das Trikot vom Leib reißt oder aber vor den eigenen Fans auf den Zaun klettert, ist der Eintracht-Kapitän mit seinen 32 Jahren langsam aber sicher heraus. Zumal es dafür nur eine unnötige gelbe Karte geben würde.
Am Samstag, nach seinem nunmehr schon sechsten Saisontor, überraschte der Routinier die Zuschauer im Eintracht-Stadion allerdings mit einem kreativen Jubler, den man bis dato so nicht von den Blau-Gelben gesehen hatte: Mit seinen Mitspielern legte Kruppke eine Tanzeinheit auf den Rasen, die aufgrund ihrer Synchronität den Anschein erweckte, als sei sie einstudiert gewesen. Dabei überkreuzten die Eintracht-Profis zunächst ihre Handgelenke als lägen diese in Fesseln, dann schwangen sie ein imaginäres Lasso.
Die Idee zu dieser Jubel-Choreographie sei jedoch nicht auf seinem Mist gewachsen, stellte Kruppke nach Spielende lachend klar. Vielmehr hätten Ermin Bicakcic und Marc Pfitzner den Tanz initiiert. „Sie kamen vor dem Spiel im Hotel damit an und haben mich überredet, dass wir den tanzen, wenn ich treffe“, erzählte Braunschweigs Top-Torjäger die Entstehungsgeschichte. Was der Tanz zu bedeuten habe, wisse er allerdings nicht, behauptete Kruppke breit grinsend. „Da müsst ihr euch mal bei Ermin erkundigen.“
Gesagt, getan! Der eisenharte Innenverteidiger lüftete gestern gegenüber unserer Zeitung das Geheimnis. Er habe den Tanz in einem Musik-Video des südkoreanischen Rappers namens Psy gesehen. Dessen Lied „Gangnam Style“ verdankt seine weltweite Popularität der Verbreitung auf der Internet-Plattform YouTube, wo es rekordverdächtig bereits mehr als 500 Millionen Mal aufgerufen wurde.
Gemeinsam mit Marc Pfitzner habe er den Tanz am Spieltag einfach mal aus Spaß im Hotel imitiert, verriet Bicakcic. Als Kruppke das mitbekommen habe, „hat er uns zunächst ein wenig belächelt“. Dann habe man den treffsicheren Kapitän jedoch davon überzeugt, dass man „den Tanz gemeinsam aufführt, wenn er trifft“.
Und Kruppke hielt Wort. Als er am Samstag gegen Hertha BSC nach 25 Minuten mit einem satten Distanzschuss („Da hatte ich überraschend viel Zeit“) durch die Beine von Herthas Abwehrspieler John Anthony Brooks die Führung für den Tabellenführer erzielte, versammelten sich alle Feldspieler um den Torschützen – und lieferten bestens gelaunt eine eindrucksvolle Tanzeinlage ab, die förmlich nach einer Wiederholung schreit.
Mehr Informationen zu „Gangnam Style“von Psy finden Sie unter „Mehr zum Thema“ rechts neben diesem Artikel. Hier sehen Sie das Original-Video:

