Valencia kommt mit allen Stars nach Braunschweig
Braunschweig Eintracht freut sich auf das Kräftemessen mit dem Tabellendritten der spanischen Liga
Fast auf den Tag genau ein halbes Jahr ist es her, dass die Profis von Eintracht Braunschweig bei einem Spiel des FC Valencia auf der Tribüne saßen. Das war im Winter-Trainingslager in Spanien. Damals hätte sich wohl kein Spieler träumen lassen, dass er Valencias Stars mal auf dem Feld begegnen würde. Knapp sechs Monate später ist aber genau das der Fall: Am Freitagabend (Anstoß 18.30 Uhr im Eintracht-Stadion) gibt der zweifache Champions-League-Finalist seine Visitenkarte im Eintracht-Stadion ab. Und die Spanier, die sich seit Dienstag im westfälischen Marienfeld auf die neue Saison vorbereiten, haben alle Stars im Gepäck: Angefangen bei Kapitän Roberto Soldado über den brasilianischen Stürmer Jonas bis hin zum portugiesischen EM-Teilnehmer João Pereira, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Nur am Rande sei erwähnt, dass jeder einzelne von diesem Trio einen höheren Marktwert hat als die gesamte Eintracht-Mannschaft.
Für den Braunschweiger Zweitligisten ist die Partie unbestritten der Höhepunkt der Saisonvorbereitung. Selbst Finn, Sohn von Chef-Trainer Torsten Lieberknecht, fiebert der Partie schon seit Wochen entgegen, verriet der Papa gestern. Was wohl damit zu tun hat, dass der Grundschüler nach dem Winter-Trainingslager von seinem Vater die Eintrittskarte aus Valencia geschenkt bekam, die seitdem gerahmt bei ihm über dem Schreibtisch hängt.
„So einen hochkarätigen internationalen Gegner bei uns begrüßen zu dürfen, ist schon etwas Außergewöhnliches“, betont Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold und spricht von einer großen Herausforderung für die Blau-Gelben. Wobei das fast noch untertrieben ist: Schließlich hat Valencia die vergangene Saison in der Primera División als Tabellendritter abgeschlossen – hinter Real Madrid und dem FC Barcelona.
„Wir werden versuchen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen“, kündigte Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag gewohnt ehrgeizig an. Verzichten muss der Eintracht-Coach bei diesem Unterfangen allerdings neben den Langzeitverletzten auch auf Domi Kumbela und Orhan Ademi, die beide jeweils Probleme mit der Achillessehne haben.
Lieberknecht wies gestern explizit darauf hin, dass die Aufstellung am Freitag „noch kein Fingerzeig“ auf die Formation zum Saisonauftakt sei. Vielmehr werde jeder Akteur seine Einsatzzeit bekommen, so auch der nordkoreanische Testspieler Kwang-Ryong Pak. Dieser absolvierte gestern Vormittag seine erste Trainingseinheit bei den Blau-Gelben. Der 19-Jährige sei „sehr aufgeschlossen“ gewesen, berichtete Lieberknecht. Zudem sei er von den Englisch-Kenntnissen des Angreifers „positiv überrascht“ gewesen.
