Total-Umbau der Vierer-Kette
Braunschweig Was diese Spielzeit in der Abwehr von Eintracht Braunschweig passiert, erinnert ein wenig an das Kinderspiel „Bäumchen wechsel dich“.
In keinem anderen Mannschaftsteil gab es bisher derart viele Personalwechsel wie in der Vierer-Kette. An den ersten 19 Spieltagen setzte Trainer Torsten Lieberknecht bereits elf verschiedene Akteure im hintersten Abwehrverbund eingesetzt.
Daraus zu schließen, dass Lieberknecht im bisherigen Saisonverlauf mit der Leistung seiner Defensiv-Akteure unzufrieden war, wäre jedoch falsch. Zum ständigen Umbauen wurde der 38-Jährige vielmehr durch diverse Verletzungen und Sperren gezwungen. Genau aus diesem Grund ist die Vierer-Kette, die der Eintracht-Coach am Sonntag in Frankfurt ins Rennen schicken wird, im Vergleich zum ersten Saisonspiel komplett neu formiert.
Dass Jan Washausen, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan und Norman Theuerkauf in dieser Zusammensetzung noch kein Pflichtspiel absolviert haben, bereitet dem Braunschweiger Fußball-Lehrer nach eigener Aussage allerdings keine Bauchschmerzen. „Aufgrund ihrer Flexibilität kann jeder der Jungs diese Positionen spielen“, sagt Lieberknecht voller Überzeugung. Jeder im Team wisse, „wie bei uns die verschiedenen Rollen in der Abwehr interpretiert werden“.
Das alleine reicht jedoch noch nicht aus, vier Weltklasse-Verteidiger bilden noch lange keine Weltklasse-Abwehr. Als Gruppe benötige man bestimmte Automatismen, erklärt der Eintracht-Coach. „Zum Beispiel wenn es darum geht, wann auf Abseits gespielt werden soll.“
Insbesondere die beiden Innenverteidiger sollten nach Möglichkeit eingespielt sein, weil sie, so Lieberknecht, „für das Hauptcoaching der Abwehr verantwortlich sind“. Mit anderen Worten: Die Innenverteidiger geben den Takt vor. In den Testspielen der Winter-Vorbereitung deuteten Deniz Dogan und Ermin Bicakcic an, dass sie auf Dauer ein verlässliches Duo bilden könnten. „Wir ergänzen uns gut“, betont Neuzugang Bicakcic, der seine Vorder- und Nebenleute vom ersten Tag an lautstark kommandierte. „Das liegt in meinem Naturell, die Mannschaft zu dirigieren.“
Doch so wichtig Eingespieltheit in der Abwehr auch sein mag, ist Lieberknecht nicht bange davor, das Quartett ab und an mal zu verändern. „Wenn man sich nach einer Neuorientierung nicht mehr auf Automatismen verlassen kann, führt das automatisch zu mehr Konzentration bei den Beteiligten.“


