Torjubel – Kumbela klaut Fan die Mütze
Braunschweig Domi Kumbela ist immer für eine Überraschung gut – nicht nur auf dem Fußballfeld. Das erste seiner beiden Tore am Samstag feierte er mit einer „geklauten“ Mütze.
Bei der Aufstiegsfeier im Mai 2011 drückte Domi Kumbela Oberbürgermeister Gert Hoffmann einen Kuss auf die Wange. Seinen Treffer zum 1:0 im Zweitligaspiel gegen den FC Ingolstadt feierte der 28 Jahre alte Angreifer von Eintracht Braunschweig am Sonnabend auf unnachahmliche Art und Weise. Er stürmte in Richtung Osttribüne, zog dort einem Zuschauer die Strickmütze vom Kopf, stülpte sich diese über den kahlen Schädel und ließ sich so von den Mitspielern umarmen. „Das war ganz spontan“, lachte Kumbela nach dem Abpfiff. Die Mütze hatte er dem Eintracht-Fan gleich wieder zurück gegeben.
Kumbela war gegen Ingolstadt der Mann des Tages. Seinem Treffer zum 1:0 (38.), vor dem er die Abwehrspieler Danny da Costa und Andre Mijatovic düpierte, ließ der Deutsch-Kongolese nach 75 Minuten sein zweites Tor folgen. Es war nach dem Doppelpack gegen Sandhausen sein zweites in dieser Saison. Mit der maßgenauen Flanke zum 3:0 durch Gianluca Korte (81.) setzte der Stürmer seinem Tag das Sahnehäubchen auf.
Kumbela ist der Zweikampf-König
Ingolstadts Mijatovic dürften ganz schlechte Erinnerungen an Kumbela plagen. Zehnmal stellte sich der Abwehrrecke (1,91 m) dem kleinen Angreifer (1,73 m) entgegen, verlor dabei sieben der direkten Duelle. So auch beim 2:0, als Kumbela ihm enteilt war. Der gab sich nach Spielschluss bescheiden und ganz als Team-Spieler. „Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir drei Punkte behalten haben. Das hatten wir uns vorgenommen und deshalb können wir uns alle freuen. Wir versuchen, in jedem Spiel alles zu geben, und wir müssen uns die Erfolge jedes Wochenende neu erarbeiten“, erklärte Kumbela, der über seine Saisontreffer fünf und sechs keine großen Worte verlieren wollte.
Die Statistik verriet jedoch, wie stark sein Auftritt war. Als er nach 84 Minuten – von den heimischen Fans lautstark verabschiedet – das Spielfeld verließ, hatte er 31 Zweikämpfe bestritten, mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. 52 Prozent der direkten Duelle hatte Kumbela für sich entschieden – ein starker Wert für einen Stürmer.
Lieberknecht beweist gutes Gespür bei Einwechslungen
Mit einem strahlenden Lächeln stellte sich Jonas Erwig-Drüppel nach Spielende den Fragen. Der 21 Jahre alte Ex-Schalker hatte bei seinem erst vierten Zweitligaeinsatz zum zweiten Mal in der Startformation von Trainer Torsten Lieberknecht gestanden. „Das ist ein super Gefühl, hier im Stadion vor den Fans zu spielen. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, schilderte der Blondschopf.
Mit seinem mutigen Auftritt und zwei beherzten Torschüssen rechtfertigte Erwig-Drüppel das Vertrauen. „Der Einsatz über 90 Minuten in der zweiten Mannschaft hat mir geholfen. Ich habe mich sicher gefühlt“, stellte er fest.
Und Lieberknecht bewies einmal mehr ein gutes Gespür, als er nach 68 Minuten Orhan Ademi für Erwig-Drüppel ins Spiel schickte. Der vor kurzem 21 Jahre alt gewordene Schweizer lieferte sieben Minuten später die Vorlage zu Kumbelas zweitem Treffer. „In Aue habe ich ihn noch kritisiert. Heute hat er seine Sache viel besser gemacht, hat seinen Körper sehr gut eingesetzt und sich mit Kraft in den Zweikämpfen behauptet“, sagte Lieberknecht.
„Uns hat vorne der letzte Wille gefehlt, das Ding reinzumachen“, nannte FCI-Verteidiger da Costa den wohl entscheidenden Unterschied.
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Eintracht hält die Verfolger auf Sicherheitsabstand
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3:0 gegen
Ingolstadt –
Kumbela führt
Eintracht zum Sieg
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