Spitzenreiter Eintracht peilt die 30-Punkte-Marke an
Braunschweig Am Freitag um 18 Uhr erwartet Zweitliga-Tabellenführer Braunschweig den SV Sandhausen. Ein Heimsieg soll her gegen den Drittletzten.
Er ist der Mann, der scheinbar niemals steht auf dem Feld. Sucht man nach der Nummer eins in der Statistik Gelaufene Kilometer, taucht mit schöner Regelmäßigkeit ein Name auf bei der Eintracht: Norman Theuerkauf. Unter elf Kilometer in einem Spiel macht er so so gut wie nie. Eher knackt er schon mal die 12-Kilometer-Marke.
Der „Sechser“ vor der Vierer-Abwehrkette – am auffälligsten in der 4-1-4-1-Grundformation – ist von Beruf Spielverderber, für den Gegner natürlich. Wo es brennen könnte im defensiven Mittelfeld, muss er erahnen und zur Stelle sein – damit es gar nicht erst brenzlig wird.
Dass das nur über ein enormes Laufpensum geht, ist klar. Sind die Akkus nach den Partien gegen Hertha und Freiburg nicht ganz schön leer? „Ach, es hält sich in Grenzen“, sagt Theuerkauf, der über Jena, Werder Bremen II und Eintracht Frankfurt im Juli 2009 nach Braunschweig kam. „Das lässt sich alles kompensieren.“
Als linker Verteidiger hatte Theuerkauf einst begonnen, ehe Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht und Co-Trainer Dariusz Scholtysik auf die Idee kamen, ihn als „Sechser“ zu testen. Es klappte auf Anhieb.
Die Position scheint für den 25-Jährigen optimal zu sein. Das ist auch an seiner Einsatzzeit abzulesen. Nicht eine Minute hat er in der bisher so sensationell verlaufenen Zweitliga-Saison verpasst.
„Man ist immer mitten drin“, so beschreibt Theuerkauf seinen Arbeitsplatz. Vier Gegentore in elf Saisonspielen – dass die Eintracht damit einen Zweitliga-Rekord hält, ist auch ein Verdienst Theuerkaufs.
„Ich finde, wir sind als Mannschaft auf einem guten Weg“, so ruhig wie er auf dem Feld zu Werke geht, charakterisiert der 25-Jährige das bisher Erreichte. Und heute Abend gegen Sandhausen sollen natürlich die 30 Punkte voll gemacht werden.
„Die werden es uns schwer machen und nicht die Punkte verschenken. Aber wir werden unsere Spielweise durchziehen“, blickt Theuerkauf voraus. Dass der heutige Gast Drittletzter der Tabelle ist, habe wenig zu bedeuten.
War in den letzten Wochen von Stärken der Eintracht die Rede, kam immer das Thema Kontinuität, das Eingespieltsein der Mannschaft, zur Sprache. Und jetzt fällt nach Kevin Kratz – mit dem Theuerkauf je nach taktischer Ausrichtung eine starke „Doppelsechs“ bildete – noch Stamm-Außenverteidiger Marcel Correia (Innenbandanriss) aus.
„Ich bin sicher, das wird keinen Bruch geben“, sagt Theuerkauf, „so schlimm die Verletzungen für die beiden sind: Es werden sich andere in den Vordergrund spielen.“



