Pfitzner: Den Nächsten mache ich rein
Hamburg Eintrachts Mittelfeld-Spieler vergab beim Auswärtsspiel in St. Pauli die beste Chance für den Aufsteiger.
Nach der umkämpften Partie standen die Spieler des FC St. Pauli und von Eintracht Braunschweig in den Stadion-Katakomben Rede und Antwort. Nach dem torlosen Remis im Zweitliga-Spiel der beiden besten Nordvereine der Liga antwortete Florian Bruns auf die Frage, ob für die Gastgeber mit der Punkteteilung das Glas gefühlt halb voll oder halb leer sei, ohne Umschweife mit „halb voll“. „Braunschweig hat tief gestanden, und uns fehlte die Durchschlagskaft. Man sollte nicht alles negativ sehen“, analysierte der Mittelfeldmann.
„Ich bin froh, dass wir solche Spiele wie heute nicht verlieren“, sagte auch Trainer André Schubert, dessen Team großen Respekt vor den schnellen Kontern der Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht gezeigt hatte. So blies St. Pauli auch in der Schlussphase nicht zur bedingungslosen Offensive, sondern gab sich am Ende mit dem Remis zufrieden.
„Wir haben bei einem ambitionierten Aufstiegsanwärter einen Punkt geholt. Jeder Punkt ist wichtig, so kommen wir unserem Ziel Schritt für Schritt näher“, stellte Ermin Bicakcic fest. Der Winter-Neuzugang lieferte in der Innenverteidigung im Zusammenspiel mit Deniz Dogan eine herausragende Partie. Gegen diese Duo antreten zu müssen, bereitete den St.-Pauli-Angreifern nur wenig Freude. „Für mich sind solche Spiele richtig geil, wenn ich mich im Zweikampf immer wieder beweisen kann. Der Punktgewinn und unsere Leistung geben Riesenselbstbewusstsein für das Spiel gegen Rostock am nächsten Sonntag“, sagte der 22-Jährige nach seinem vierten Zweitligaeinsatz für Eintracht.
Auch Torhüter Daniel Davari lobte: „Riesenkompliment an die Mannschaft. Wie alle verteidigt haben, war richtig klasse. Da hat man als Torwart nur wenig zu tun.“ Bei dem Wenigen allerdings zeigte sich der 24-jährige Schlussmann auf dem Posten. Zum sechsten Mal stand bei seinem 20. Zweitligaeinsatz die Null. „Das ist immer schön für einen Torwart“, lautete sein Kommentar.
„Ein Punkt war unser Ziel, den haben wir geholt, auch wenn wir natürlich gewinnen wollten“, erklärte Marc Pfitzner. Die Ausfälle von Dennis Kruppke und Norman Theuerkauf hatte Eintracht erstaunlich gut verkraftet. „Wir sind in der Breite gut besetzt, und in unserem System ist es für die Spieler, die reinkommen, nicht so schwer sich einzufügen“, sagte der Mittelfeldspieler, der nach 69 Minuten die beste Eintracht-Chance hatte, mit seinem Schuss aus Nahdistanz jedoch das Tor verfehlte. „Den Ball muss ich reinmachen“, übte Pfitzner Selbstkritik, um sofort nachzulegen: „Den Nächsten mache ich rein.“ Rief er und verschwand lachend in Richtung Kabine.


