Onuegbu stürmt gegen gute Freunde
2010-08-12T21:30:00+0200Im DFB-Pokal kommt es am Samstag zum Wiedersehen des Neu-Fürthers mit den Eintracht-Fußballern
BRAUNSCHWEIG. Ein schnelles Wiedersehen. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die SpVgg Greuther Fürth kommt Kingsley Onuegbu zurück an seine alte Wirkungsstätte, die er erst vor wenigen Wochen in Richtung des Zweitligisten verlassen hatte.
In der DFB-Pokalpartie bei Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig trifft der Stürmer – sollte er denn von Trainer Mike Büskens berücksichtigt werden – auf viele alte Bekannte.
"Für mich ist es ein ganz, ganz besonderes Spiel. Ich bin vor zwei Jahren als Niemand nach Braunschweig gekommen und ganz schnell zum Publikumsliebling geworden. Ich habe Eintracht viel zu verdanken", beschreibt der 24-jährige Angreifer. "Ich freue mich ganz besonders auf die Fans, sie werden immer in meinem Herzen bleiben", betont der gebürtige Nigerianer. Und er erzählt von den aufmunternden Briefen und guten Wünschen, die ihm die Eintracht-Anhänger nach seiner schweren Verletzung schickten, als er sich nach seinem Adduktorenabriss in Köln zum Aufbautraining aufhielt. "Sie haben immer hinter mir gestanden."
Dass es am Samstag dennoch Pfiffe von einigen der erwarteten 18 000 Zuschauer gegen ihn geben werde, könne er sogar ein wenig verstehen. "Die Fans hatten gehofft, dass ich noch ein oder zwei Jahre in Braunschweig spiele, vielleicht mit Eintracht aufsteige", stellt der bullige Stürmer fest. Er habe jedoch die große Chance, in der 2. Liga zu spielen, wahrnehmen wollen. "Es ging nicht ums Geld. Dann hätte ich nach Düsseldorf oder Duisburg gehen müssen. Aber ich hatte das Gefühl, dass mich Trainer Mike Büskens in Fürth weiter bringt", schildert er seine Beweggründe. Der Wechsel zu einem Klassenkonkurrenten der Eintracht sei für ihn hingegen nie in Frage gekommen.
Und er hält Kontakt zu den früheren Mitspielern. Mit Dominick Kumbela, Marc Pfitzner, Matthias Henn Benjamin Fuchs oder Karim Bellarabi telefoniert er, oder kommuniziert im Internet mit ihnen. Vor dem ersten Punktspiel gegen Dresden hat er Trainer Torsten Lieberknecht per SMS viel Glück gewünscht.
Nach dem Auftaktsieg habe er allen ehemaligen Mitstreitern zu dem Erfolg gratuliert.
"Ich verfolge Eintrachts Weg weiterhin und drücke die Daumen, dass es mit dem Aufstieg klappt", sagt Onuegbu. Nur im DFB-Pokal wünscht er Eintracht in dieser Spielzeit kein Glück und hofft am Samstag auf seinen Einsatz gegen die ehemaligen Mitstreiter.
Zuletzt beim 4:0-Sieg im Testspiel gegen den Bezirksoberligisten Baiersdorfer SV wurde Onuegbu erst nach 84 Minuten eingewechselt.
"Alle vier Angreifer von uns sind sehr gut drauf. Es ist schwer zu sagen, wen der Trainer in Braunschweig aufstellt", beschreibt er seine Situation. Aber zugleich ist Onuegbu zuversichtlich: "Ich habe die Sache in der Vorbereitung ganz gut gemacht und kein einziges Training verpasst. Ich bin fit." Acht Tore seine ihm in den Testspielen der Fürther geglückt, erzählt der 1,91-Meter-Mann, der für Eintracht in der vergangenen Saison zehn Treffer in der 3. Liga erzielt hatte.
Sein Wissen über die Eintracht hat er in diesen Tagen genutzt, um seine neuen Mitspieler zu warnen. "Ich habe den Teamkameraden schon gesagt, dass wir einen sehr, sehr großen Fehler machen, wenn wir glauben, das Spiel wird ein Selbstläufer. Ich kenne die Qualität, die in der Eintracht-Mannschaft steckt. Es wird ein sehr, sehr hartes und umkämpftes Spiel für uns. Eintracht ist nach den drei Siegen in der Liga gut drauf."
Und genau das wollen die Gastgeber unter Beweis stellen. "Unser Ziel ist ganz klar die zweite Runde. Bei allem Respekt, den wir vor Zweitligist Fürth haben", sagt Lieberknecht. "Wir haben Selbstvertrauen getankt, und ich bin von der Stärke meiner Mannschaft überzeugt. Mit der Unterstützung der Fans können wir es schaffen." Deren Sympathien für Publikumsliebling Onuegbu werden wohl für mindestens 90 Minuten ruhen müssen.
Eintracht – Greuther Fürth, Sa., 19.30 Uhr, Eintracht-Stadion.




