Nach elf Minuten schoss Zhang das erste Tor
Braunschweig Wie es ihr aktueller Tabellenplatz ahnen lässt, agierte Eintracht Braunschweig im Freundschaftsspiel gegen Wacker Braunschweig ruhig, konzentriert, selbstbewusst - und siegte mit 11:0.
Chengdong Zhang, chinesischer Neuzugang des Zweitliga-Spitzenreiters Eintracht Braunschweig, hat sich am Dienstagabend erstmals den Fans präsentiert. Rund 700 waren auf den Jahnplatz gekommen, um den fünffachen aktuellen Nationalspieler und natürlich das ganze Löwenrudel hautnah im Freundschaftsspiel bei der Spielvereinigung Wacker zu erleben.
Zhang führte sich gleich gut ein. Mit einem satten 18-Meter-Schuss eröffnete er das Spiel, das 11:0 (3:0) endete. Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht ließ gegen die in der Kreisklasse beheimateten Gastgeber in der ersten Halbzeit acht Akteure auflaufen, die am Freitag Paderborn bezwungen hatten. In der Pause wechselte er komplett durch, nur Außenverteidiger Benjamin Kessel musste den gesamten 90 Minuten acker.
Positiv: Alle Profis blieben gesund und die lange verletzten Steffen Bohl und Jan Washausen standen ihre Halbzeit problemlos und schmerzfrei durch. Neben Zhang trafen Raffael Korte (2), Kumbela, Pfitzner, Turan, Boland, Edwini-Bonsu, Kratz und Merkel. Dazu kam ein Eigentor Wackers.
Viele Fans waren natürlich gekommen, um Zhang zu sehen. „Wir hatten ihn seit Mai auf dem Zettel“, sagte Marc Arnold, sportlicher Leiter des Tabellenführers. „Wir haben einen Tipp aus der Scoutingszene erhalten.“ Hat er oder Trainer Lieberknecht den 1,86 m großen Chinesen mal persönlich beobachtet?
„Nein. Aber wir haben in Portugal verlässliche, vernünftige Leute gefragt, was von Zhang zu halten ist, Leute, die was von Fußball verstehen.“ Und Arnold fügte an: „Wir haben mittlerweile ein ganz ordentliches Netzwerk aufgebaut, auf das wir uns verlassen können.“ Der Rest war akribisches Videostudium.
Dass mit Edwini-Bonsu (Kanada/Finnland), Ademi (Schweiz/Österreich), dem umworbenen Nordkoreaner Pak (der in der Schweiz spielte und dann der Eintracht überraschend doch noch absagte) und jetzt Zhang zuletzt gleich vier Ausländer ins Zielkreuz der Braunschweiger rutschten, sieht Arnold eher als Zufall an. Das sei keine neue Richtung in der Transfer-Politik. „Wir gehen unseren Weg weiter, vor allem talentierte junge deutsche Spieler zu holen wie für diese Saison Björn Kluft oder Jonas Erwig-Drüppel.“ Aber natürlich werde der europäische Markt auch weiter beobachtet.
In zwei, drei Wochen soll der vorerst letzte Neuzugang der Eintracht auf das Leistungsniveau des Kaders herangeführt werden. „Er hat schon eine gute Basis mitgebracht, aber es fehlt natürlich noch ein Stück“, sagte Arnold. Die Länderspielpause wird Zhang nutzen, um in Braunschweig zu ackern. Die chinesische Nationalmannschaft muss übernächste Woche ohne ihn auskommen.
„Zhang ist vielseitig einsetzbar. Das Trainerteam erhält eine sehr gute neue Option“, freute sich Arnold. Und der Chinese, sollte er alle Hoffnungen erfüllen, dürfte auch den Konkurrenzdruck innerhalb des Teams erhöhen.
