MSV-Coach Reck: Eintracht ist der beste Aufsteiger
Braunschweig Duisburgs Trainer kündigt im Interview an, im Falle des Klassenerhalts „ein Schlückchen Bier trinken“ zu wollen.
Herr Reck, drei Spieltage vor Saisonende hat Duisburg sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wie würden Sie es formulieren: Hat der MSV den Klassenerhalt sicher, so gut wie sicher oder noch lange nicht sicher?
Ich möchte es anders ausdrücken. Mit den beiden Heimsiegen zuletzt [jeweils 2:0 gegen Frankfurt und Aachen; d. Red.] haben wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber: Wer die Tabelle lesen kann, sieht, dass wir immer noch absteigen können. In Braunschweig wollen wir deshalb den letzten Schritt ins Ziel gehen.
An Braunschweig haben Sie sicherlich noch gute Erinnerungen. Der 3:0-Sieg im Hinspiel war schließlich Ihr erster als Chef-Trainer beim MSV.
Keine Frage, das war damals ein wichtiges Signal, auch wenn der Sieg am Ende vielleicht etwas zu hoch ausgefallen ist. Denn eines muss man klar sagen: Eintracht ist für mich der beste Aufsteiger. Was sie in den letzten Jahren in Braunschweig aufgebaut haben, wirkt auf mich sehr positiv.
Mit einem Sieg in Braunschweig könnten Sie den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Gibt es dann nach Abpfiff eine große Sause?
Eine große Nichtabstiegsparty wird es nicht geben. Aber sicherlich werden auch ein Schlückchen Bier trinken, wenn es soweit ist. Man darf schließlich nicht vergessen, dass wir nach zwölf Spieltagen gerade einmal neun Punkte auf unserem Konto hatten. Wie wir uns aus dieser schwierigen Situation befreit haben, ist aller Ehren wert. Aber noch einmal: Noch ist nicht Schluss!
Könnte es ein Vorteil für Sie sein, dass es für Braunschweig am Freitag um nichts mehr geht?
Das hat nichts zu bedeuten. Ich erinnere mich nur an das vergangenen Montagsspiel zwischen Dresden und Düsseldorf [2:1 für Dresden; d. Red.], als es für Dresden auch um nichts mehr ging. Das sollte uns als Warnung genügen.
Nach der Winterpause gab es fünf Niederlagen in Folge. Haben Sie Ihre Felle damals schon davonschwimmen sehen?
Nein. Man muss schließlich sehen, wie die Niederlagen zustande gekommen sind. Wichtig war, dass wir die Ursachen dafür gefunden und dementsprechend umgestellt haben. Das Ergebnis sieht man jetzt.
Ist es ein Vorteil, dass Sie den Abstiegskampf aus Ihrer Zeit als Spieler kennen?
Oh, Sie haben sich offenbar gut auf das Interview vorbereitet. Viele wissen nämlich gar nicht, dass ich in den 80er Jahren als junger Spieler zweimal mit Kickers Offenbach abgestiegen bin. Das hat mich sehr geprägt – und hat mir in dieser Saison geholfen. Denn: Wenn man eine bestimmte Situation als Spieler schon einmal erlebt hat, kann man sich später als Trainer besser in die Lage der Spieler hineinversetzen.
Ehemalige Torhüter sind in Regel eher als Experten beim Fernsehen denn als Chef-Trainer bei einem Profi-Klub unter Vertrag. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Nein, eigentlich nicht. Für mich war allerdings immer klar, dass ich eines Tages mal die Gesamtverantwortung bei einem Verein übernehmen wollte. Nicht zuletzt deshalb habe ich frühzeitig meinen Trainerschein gemacht. Für einen Torhüter ist das in der Tat sehr ungewöhnlich – aber ich habe schon damals als Spieler ungewöhnliche Dinge gemacht (lacht).
Gehen wir einmal davon aus, dass der MSV den Klassenerhalt schafft. Was ist in der nächsten Saison von den „Zebras“ zu erwarten?
Auf alle Fälle eine Leistungssteigerung. Der eingangs erwähnte schlechte Saisonstart hat uns dieses Jahr mächtig unter Druck gesetzt. Wichtig ist, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Allerdings sind wir finanziell nicht auf Rosen gebettet und werden deshalb keine ganz, ganz großen Sprünge machen können.
Und was trauen Sie der Eintracht zu? Das zweite Jahr ist ja für einen Aufsteiger bekanntlich immer das schwierigste...
So stabil, wie das Team auf mich wirkt, glaube ich nicht, dass es in Abstiegsgefahr gerät.



