Löwen hadern mit dem Schiedsrichter
Braunschweig Die erste Schlappe in einem Punktspiel dieser Saison hat bei Eintracht Braunschweig für Enttäuschung, aber auch für Wut über den Schiedsrichter gesorgt.
Domi Kumbela, sonst nach Spielen ein eher ruhiger Zeitgenosse, legte den Weg in die Kabine lauthals auf Schiedsrichter Manuel Gräfe schimpfend durch die Reihen der Journalisten und Kamerateams zurück. Und auch Innenverteidiger Ermin Bicakcic war anzumerken, wie weh diese Niederlage tat und wie sie zustande kam. „Schreibt das auf! Wir sind noch Erster“, reif er trotzig und kämpferisch zugleich.
Schon nach gut 24 Minuten waren der Berliner Fifa-Schiedsrichter Gräfe und Kumbela aneinander geraten. Eintrachts Torjäger war mit einem Foul-Pfiff nicht einverstanden, Gräfe zückte sofort Gelb wegen Meckerns.
Fortan pfiffen die Cottbuser Fans Kumbela bei jeder Aktion aus und egal was passierte, Gräfe stand nicht auf der Seite Kumbelas.
Lange fraßen die Blaugelben den Ärger in sich hinein. Auch die gelbe Karte, die Dennis Kruppke in der 80. Minute kassierte für ein Foul, das keins war, nahmen sie hin. Doch als wenig später mitten in ihre stärkste Phase hinein, in der sie dem 2:2 viel näher waren als Cottbus dem dritten Tor, die Entscheidung zugunsten der Gastgeber fiel, brach alles heraus.
Dem 3:1 für Cottbus war ein Foul von Boubacar Sanogo an Norman Theuerkauf vorausgegangen. Kein Pfiff, aber jede Menge Proteste. Ken Reichel, Deniz Dogan und Theuerkauf – er hatte schon in der 63. Minute Gelb kassiert – sahen den Karton. Theuerkauf flog vom Platz, der Drops war gelutscht.
„Der Hauptdarsteller heute war kein Fußballspieler“, sagte Abwehrchef Dogan. Schon vor fast genau einem Jahr waren die Löwen beim und nach dem 0:3 beim MSV Duisburg mit Gräfe und seiner Leistung alles andere als zufrieden gewesen. Dogan weiter: „Die Niederlage ist bitter. Wir haben Cottbus in der ersten Halbzeit aber auch zu viel Raum gelassen.“
Torhüter Daniel Davari, der bis dahin erst sechs Saison-Gegentore kassiert hatte, übte wie die anderen Braunschweiger aber auch Selbstkritik. „Wir haben bei den ersten beiden Gegentoren nicht aufgepasst und sind zweimal bestraft worden.“ Dass er beim 1:3 vielleicht zu weit vor dem Tor stand, sah er nicht so. „Für einen Torhüter ist es bei so einer Bogenlampe immer schwer.“ Die Niederlage sei bitter, aber: „Es war doch klar, dass es uns auch einmal erwischt. Wir sind doch nicht Bayern München.“
Zwei dumme Gegentore – das war auch die Meinung von Kapitän Dennis Kruppke. „So große Spieler, solche Riesen, kannst du nicht 90 Minuten lang ausschalten. Das war doch klar.“ Nach der Pause sei die Mannschaft dem verdienten Ausgleich nah gewesen, näher jedenfalls als die Cottbuser dem 3:1. „Wir dürfen uns jetzt nicht zu lange ärgern. Mittwoch kommt St. Pauli. Und gegen Cottbus gibt es ja noch ein Rückspiel.“
Das sah auch Trainer Torsten Lieberknecht so. „Wir freuen uns jetzt schon drauf.“
