Lob für das Debüt des Ex-Schalkers im Eintracht-Trikot
Braunschweig Die Mitarbeiter der Eintracht-Pressestelle schienen es geahnt zu haben. Zum Heimspiel gegen Regensburg drehte sich die Titel-Geschichte des Stadion-Magazins um Jonas Erwig-Drüppel.
Jenen Neuzugang, der bis dato noch kein einziges Mal in dieser Saison im Kader gestanden hatte. Kein Wunder also, dass sich viele der knapp 20.000 Zuschauer am Samstag verwundert die Augen rieben, als auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde, dass Erwig-Drüppel von Beginn an auflaufen würde. Der Betroffene selbst gestand anschließend ein, ebenfalls „große Augen gemacht“ zu haben, als er in der Besprechung vor dem Spiel plötzlich seinen Namen auf der Taktiktafel entdeckte. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut“, berichtete der 21-Jährige, der im Sommer aus der Schalker Regionalliga-Mannschaft nach Braunschweig gewechselt war.
Als kleiner Junge sei es immer sein Ziel gewesen, eines Tages mal Profi-Fußballer zu werden, verriet der junge Mann mit dem markanten Kinn – am Samstag ging dieser langgehegte Traum für exakt 59 Minuten in Erfüllung. „Das ist Wahnsinn“, sagte Erwig-Drüppel und blickte dabei drein, als könne er es immer noch nicht ganz glauben.
Seine Nervosität ließ sich „Jed“ wie er von seinen Mitspielern in Anlehnung an die Anfangsbuchstaben seines Namens genannt wird, auf dem Spielfeld nicht anmerken. Schon nach 90 Sekunden schlug er die erste ordentliche Flanke, es folgten zwei erfolgreiche Grätschen. „Die ersten Aktionen liefen zum Glück sehr gut“, freute sich der gebürtige Dorstener, der jedoch selbstkritisch einräumte, „in der einen oder anderen Situation noch etwas ruhiger“ werden zu müssen.
Wie dem auch sei: Bei seiner Auswechslung nach knapp einer Stunde Spielzeit bedachten die Zuschauer, darunter seine aus dem Ruhrgebiet angereisten Eltern, den Mittelfeld-Akteur mit reichlich Applaus. Und auch vom Trainer-Duo Torsten Lieberknecht und Darius Scholtysik gab es einen anerkennenden Klaps auf den Hinterkopf.
Lieberknecht bescheinigte dem Flügelflitzer, der in seiner Spielweise ein wenig an David Odonkor erinnert, anschließend eine „sehr ordentliche Leistung“. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es für den Zweitliga-Debütanten „eine komplett neue Situation“ gewesen sei. Vor so vielen Zuschauern hatte Erwig-Drüppel zuvor schließlich noch nie gespielt.
Beim Spiel der U-23-Mannschaft, verriet der Eintracht-Coach, habe sich der flinke Mittelfeldakteur in der Vorwoche für einen Platz in der Startelf empfohlen. „Da hat er eine sehr gute Partie gezeigt.“ Hinzu kam, dass er, Lieberknecht, für die Partie gegen Regensburg auf der Suche nach jemanden gewesen sei, „der Dampf gegen Christian Rahn macht“.
Wenn es nach Erwig-Drüppel geht, dann soll sein erstes Zweitliga-Spiel nicht sein letzter gewesen sein. „Ich werde mich im Training weiter empfehlen“, kündigte der 21-Jährige an. Die Worte seines Trainers dürften ihm Mut gemacht haben: „Wenn Jonas noch ein wenig mehr Ruhe in sein Spiel bekommt, wird er auf der rechten Seite öfters zum Einsatz kommen.“
