Lieberknechts Personalpuzzle
Braunschweig In der Zweitligapartie zwischen Eintracht Braunschweig und dem TSV 1860 München treffen zwei Traditionsklubs mit großer Vergangenheit aufeinander.
In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga rangiert der TSV 1860 München auf Rang 19, einen Platz vor Eintracht Braunschweig. Beide Klubs spielten jeweils 20 Jahre in der deutschen Eliteliga, wurden je einmal deutscher Fußball-Meister und zählten zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, an deren erstem Spieltag, am 8. August 1963, standen sich die beiden Löwen-Teams in München gegenüber. Endstand 1:1.
„Mehr Tradition geht nicht“, sagte deshalb auch Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht vor dem Aufeinandertreffen mit den Münchnern am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr). Es sei schon ein ganz besonderes Spiel, gibt der Braunschweiger Fußballlehrer zu. Ausverkauftes Eintracht-Stadion, fast 600 Gästefans – die Stimmung wird prächtig sein.
„Man hat schon in der Woche beim Training gemerkt, dass alle Spieler darauf brennen, gegen die Sechziger aufzulaufen. Da musste ich manchmal bremsen“, schilderte Lieberknecht, der die Personallage als „relativ entspannt“ beschrieb. Und die könnte in Kürze noch entspannter werden, denn nach ihren Verletzungen machen Dennis Kruppke, Marcel Correia, Gianluca Korte und selbst Björn Kluft im Training Riesenfortschritte. Der Rest des Kaders steht bereit, so dass Lieberknecht noch fünf Profis auf die Tribüne schicken muss.
Die Münchner schätzt der Eintracht-Trainer wesentlich besser ein, als es deren achter Tabellenplatz aussagt. „Man muss nur sehen, wer da im Aufgebot steht“, betont Lieberknecht. Und zählt dann die bundesligaerfahrenen Benjamin Lauth, mit acht Treffern Top-Torjäger von 1860, Moritz Stoppelkamp, Torhüter Gabor Kiraly, Kai Bülow, Daniel Bierofka oder die Winterneuzugänge Rob Friend und Malik Fathi auf.
Verzichten muss 1860-Trainer Alexander Schmidt auf den gelb-gesperrten Offensivmann Daniel Halfar, den voraussichtlich der Kroate Marin Tomasov auf der linken Angriffsseite ersetzen wird. „Das ist sicher kein Nachteil für uns“, sagte Lieberknecht.
Abgeschrieben habe er die Münchner noch lange nicht. „Das Potenzial ist enorm. Ich glaube, sie können den Relegationsrang noch erreichen.“ Dazu müsste die Mannschaft von Trainer Schmidt, für die nach der Winterpause zwei Niederlagen und ein Sieg zu Buche stehen, allerdings neun Punkte gut machen.
Lieberknecht hat seine Spieler gewohnt akribisch auf den Gegner vorbereitet. Gegen die bekanntlich auf Konter lauernden Gäste müsse sein Team Zweikampfstärke und Laufleidenschaft zeigen, denn: „Wir wollen mit aller Macht gewinnen.“
