Lieberknecht: Paderborn ist schon eine echte Hausnummer
Braunschweig Tabellenerster gegen Tabellenzweiten, Eintracht Braunschweig gegen Paderborn. Am Freitag treffen beide im Stadion an der Hamburger Straße aufeinander.
Torsten Lieberknecht spricht von einem „temporären Topspiel“. Nach erst zwei absolvierten Spieltagen vom Spitzenspiel oder Gipfeltreffen zu reden, wenn der Tabellenführer auf den Zweiten trifft, ist dem Trainer von Eintracht Braunschweig zu hoch gegriffen. Trotz allem ist die Partie Eintracht gegen den SC Paderborn am Freitagabend die herausragende Partie in der zweiten Fußball-Bundesliga.
„Beide Mannschaften haben sich das Topspiel erarbeitet“, stellt Lieberknecht fest und sagt: „Das ist schon eine echte Hausnummer, die wir empfangen.“ Paderborn, das die Saison 2011/12 als die beste der Vereinsgeschichte auf der Rang fünf der Tabelle beendete, scheint den Umbruch nach zwölf Spielerabgängen – davon fünf Stammkräfte – und eben so vielen Zugängen gut verkraftet zu haben.
Sogar den Verlust von Top-Torjäger Nick Proschwitz (17 Treffer in der vergangenen Saison), der kurz vor dem Saisonstart zum englischen Zweitligisten Hull City wechselte, haben die Paderborner bisher gut kompensiert. Die Ablösesumme, geschätzt 2,5 Millionen Euro, verwendete der Klub unter anderem dazu, Angreifer Deniz Yilmaz vom Bundesligisten Mainz 05 auszuleihen.
Mit dem 25 Jahre alten Stürmer war unter anderem auch Eintracht Braunschweig im Gespräch. „Wir waren die Ersten, die Interesse an ihm gezeigt hatten. Wir haben oft mit ihm telefoniert“, schildert Lieberknecht. Am Ende habe es keine finanzielle Einigung gegeben und Yilmaz wechselte nach Paderborn.
Trainer Stephan Schmidt, Nachfolger des im Juni zu RB Salzburg gewechselten Roger Schmidt, startete mit dem SCP mit einem 2:2 bei Hertha BSC und einem 4:0-Erfolg gegen Bochum in die neue Saison.
„Paderborn ist eine spielerisch gute, sehr homogene Mannschaft“, urteilt Lieberknecht, der die Ost-Westfalen gegen Hertha und jüngst bei deren überraschendem 1:3-Pokal-Aus gegen Arminia Bielefeld beobachtet hatte. „Da haben sie versäumt, nach dem 1:0 den zweiten Treffer zu machen“, berichtet der Eintracht-Trainer. Nach dem Bielefelder Ausgleich hätte sich der Zweitligist vom klassentieferen Kontrahenten vor fast 19 000 Zuschauern im Hexenkessel der Bielefelder Arena auskontern lassen.
Solch eine Stimmung und Atmosphäre wünscht sich Lieberknecht auch am Freitagabend im Eintracht-Stadion. Und das wird wie schon zum Saisonauftakt gegen den 1. FC Köln wohl ausverkauft sein. Knapp 2000 Eintrittskarten – 300 für die Nord-, der Rest für die Südkurve – waren am Montag noch zu haben.
„Paderborn wird beweisen wollen, dass sie wie im vergangenen Jahr zu den Topteams gehören“, sagt Torsten Lieberknecht, dessen Mannschaft sich seinerzeit in Paderborn mit 0:1 geschlagen geben musste und im Heimspiel über ein 0:0 nicht hinaus kam.
•Eintracht – SC Paderborn, Freitag 18 Uhr, Eintracht-Stadion


