Lieberknecht nimmt Anleihen bei Herberger
Braunschweig Eintracht-Trainer zitiert vor dem Zweitligaspiel gegen Bochum Fußball-Weisheiten des Alt-Bundestrainers und ist von deren Gültigkeit überzeugt.
Torsten Lieberknecht hatte vor Jahren, in seiner Zeit als Fußballprofi in Mainz, von seinem damaligen Trainer Wolfgang Frank ein Buch bekommen – mit den Fußball-Weisheiten von Sepp Herberger. Der Trainer von Eintracht Braunschweig erklärte am Donnerstag während der Pressekonferenz vor dem Zweitligaspiel gegen den VfL Bochum, dass die Aussagen des Weltmeistertrainers von 1954 auch heute noch Gültigkeit besäßen.
Herbergers Hinweis – „Das Spiel dauert 90 Minuten“ – etwa. Deshalb sei er völlig zufrieden, wenn seine Elf den siegbringenden Treffer – wie zuletzt im Heimspiel gegen Duisburg – erst in der Schlussphase erziele, sagte Lieberknecht.
Den Satz des Alt-Bundestrainers – „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“ – formulierte Lieberknecht für sein Team ein wenig um. Für uns gilt: „Das nächste Spiel ist immer die größte Herausforderung für uns.“
Die heißt am Sonnabend VfL Bochum. „Eine Mannschaft, die einen sehr gepflegten Fußball spielen kann und über spielerische Mittel versucht, erfolgreich zu sein“, schilderte Lieberknecht die Eindrücke aus der Gegnerbeobachtung. Im Vergleich zur vergangenen Saison habe Trainer Andreas Bergmann seine Formation qualitativ noch einmal verbessert, trotz der Abgänge des Japaners Takashi Inui (Eintracht Frankfurt), Kevin Vogt (Augsburg) und Mimoun Azaouagh (Kaiserslautern) betonte der Eintracht-Coach.
Und die Bochumer geben sich selbstbewusst. „Wir haben keine Angst, sondern wollen zeigen, was wir können und erfolgreich sein. Meine Erwartungshaltung ist immer die gleiche: Wir versuchen, drei Punkte zu holen“, erklärte Bergmann vor der Partie im Eintracht-Stadion. „Wir haben in der vergangenen Saison gezeigt, wie wir zu Hause gegen Bochum spielen müssen“, erinnerte Lieberknecht am Donnerstag an die Partie vom November 2011. Dennis Kruppke (2), Domi Kumbela und Mirko Boland hatten da zum 4:0-Sieg getroffen.
Und vielleicht kann Lieberknecht in der Mannschaftsbesprechung einen weiteren Leitsatz von Sepp Herberger zu Gehör bringen. „Der schnellste Spieler ist der Ball“, hatte die Trainerlegende seinen Mannen eingeimpft.
Das würde auch den Zuschauern gefallen. Knapp 18 000 Karten waren gestern für die Partie verkauft. Auch dazu hat Herberger sich einst geäußert: „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“
•Eintracht – Bochum, Sonnabend 13 Uhr, Eintracht-Stadion

