Lieberknecht kennt heiße Atmosphäre auf dem Betzenberg
Braunschweig Die Freude ist groß bei Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht vor dem Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga.
Beim 1. FC Kaiserslautern, nach dem 2:1-Erfolg am Donnerstag in Bochum Tabellendritter, stellt sich der Trainer am Sonntag mit Eintracht Braunschweig im Fritz-Walter-Stadion vor – als Spitzenreiter. Dorthin werden Eintracht fast 2000 Fans begleiten. Für Lieberknecht sowie Co-Trainer Jürgen Rische und die Profis Steffen Bohl, Marcel Correia, Matthias Henn, Benjamin Kessel und Domi Kumbela ist die Partie auf dem Betzenberg, dem höchsten Fußballberg Deutschlands, eine ganz besondere. Schließlich trugen alle schon das Trikot des FCK, haben noch immer Verwandte und Bekannte in der Pfalz. Und viele gute Erinnerungen.
„Dort herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Allein die beeindruckende Wand der Fans auf der Westtribüne, wenn beim Einlaufen der Mannschaften das Betzenberglied gesungen wird. Das ist schon ganz speziell“, schildert Lieberknecht, der als 16-Jähriger seinen Heimatort Haßloch verließ und sich 1990 dem Bundesligisten anschloss. Bei der Stadt Kaiserslautern machte er seine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter.
Mit den A-Junioren der „roten Teufel“ wurde er ein Jahr später deutscher Meister. 42 Mal spielte er in den Nachwuchsmannschaften des DFB. Und am 26. August 1992 feierte er beim Kaiserslauterer 4:1-Erfolg gegen Wattenscheid als Einwechselspieler sein Bundesliga-Debüt – auf dem Betzenberg.
Dort hatte er auch schon als Junge mit seinen beiden älteren Brüdern Jürgen und Frank die Spiele des FCK verfolgt. „Wir haben Kabeltrommeln mitgenommen und sind an den Ordnern vorbei, haben einfach ‚ZDF‘ gerufen und schon waren wir im Stadion“, erzählt Torsten Lieberknecht lachend.
„Für mich ist es eine große Freude, zum Betzenberg zurückzukehren. Ich freue mich auch schon auf die Fahrt dorthin“, sagt Lieberknecht, vor der Anfahrt bergauf zu dem Kultstadion über der Stadt Kaiserslautern. „Trotz aller Emotionen werden wir das Spiel nüchtern betrachten. Wir werden versuchen, für uns einen Plan zurecht zu legen, mit dem wir auch in Kaiserslautern punkten“, stellt der 39-Jährige fest.
„Dort ist alles programmiert auf die Bundesliga. Der FCK hat einen Erstligakader und ein erstligareifes Umfeld“, weiß Torsten Lieberknecht. Und nach dem Erfolg in Bochum haben die in dieser Saison noch ungeschlagenen Pfälzer den Kontakt zu den Teams an der Tabellenspitze hergestellt. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Eintracht, der hofft in der Pfalz die zuletzt geschonten Mirko Boland und Kevin Kratz wieder einsetzen zu können.
Allerdings musste Trainer Franco Foda in Bochum einen personellen Rückschlag verkraften. Mittelfeldspieler Enis Alushi zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt lange aus. In Bochum hatten bereits Torjäger Albert Bunjaku (Entzündung in der Kniekehle) und Alexander Baumjohann (Innenbandzerrung) gefehlt.
Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold nutzte gestern die Pressekonferenz, um sein Unverständnis für die Pfiffe im Spiel gegen Duisburg kund zu tun. „Ich warne davor, dass die Anspruchshaltung abgleitet. Die Mannschaft hat einen sensationellen Saisonstart hingelegt. Aber zum Selbstläufer wird kein Spiel in der Liga werden. Ich kann die Pfiffe nicht nachvollziehen“, sagte Arnold.
• Kaiserslautern – Eintracht, Sonntag 13.30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion

