Lieberknecht fordert Unterstützung von den Eintracht-Fans
Braunschweig Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht betrachtet die lautstarke Anfeuerung als Anerkennung für die großartigen Leistungen seines Teams in der bisherigen Zweitligasaison.
Torsten Lieberknecht ist ein Mann mit klarer Meinung. Und die äußert der Trainer von Eintracht Braunschweig auch offen. Vor dem Zweitliga-Spitzenspiel im Eintracht-Stadion heute Abend gegen Union Berlin appelliert der 39-jährige Fußball-Lehrer an die Anhänger der Blau-Gelben. „Im letzten Spiel des Jahres erkennen sie mit ihrer Unterstützung die Leistung der Mannschaft an, die diese im bisherigen Saisonverlauf gezeigt hat“, stellt Lieberknecht fest.
Sicherheitskonzept von DFB und DFL hin oder her, mit ihrer Weigerung, Eintracht phasenweise die lautstarke Unterstützung zu entziehen, schaden sie nur der Mannschaft, betont der Coach. „Die Fans müssen nicht mit der Masse der Protestierer schwimmen, sondern ihr eigenes Profil entwickeln. Das erwarte ich von unseren Fans, und ich bin überzeugt, dass sie ein Zeichen setzen. Es geht nur um die Leistung der Mannschaft“, verdeutlicht Lieberknecht. Und wenn sich doch Gruppen verweigern? „Dann müssen eben die anderen Zehntausende dagegen ansingen. Die Mannschaft braucht gegen Union die Unterstützung“, fordert der Eintracht-Trainer.
Auf dem Feld kann am Montagabend Deniz Dogan nicht mithelfen, die Tabellenführung zurückzuerobern. Der 33-jährige Abwehrroutinier wird noch immer von Schmerzen im Adduktorenbereich geplagt, die stark in den Unterbauch ausstrahlen. Somit muss Lieberknecht die Innenverteidigung neu besetzen. Benjamin Kessel oder Ken Reichel sind die ersten Kandidaten für den Posten neben Ermin Bicakcic. Kessel hatte bereits in der Schlussphase beim 2:2 in Köln dort gespielt, Reichel bei den Siegen gegen Frankfurt und St. Pauli. „Es wird eine Bauch- und Tagesentscheidung“, sagte Lieberknecht nach dem Sonntagstraining, das sehr zur Freude der Eintracht-Profis wieder auf schneefreiem Platz stattfand.
Ungewohnt früh hat sich der Eintracht-Trainer in einer anderen taktischen Frage festgelegt: „Wir werden mit zwei Stürmern anfangen.“ Domi Kumbela und Orhan Ademi hätten sich zuletzt als Duo bewährt. „Orhan kann dann noch einmal vor eigenem Publikum seine gute Form unter Beweis stellen“, spornt Lieberknecht den 21 Jahre alten Angreifer an. Die endgültige Entscheidung über seinen Kader wird Lieberknecht erst heute Vormittag nach dem Abschlusstraining fällen.
„Wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir gegen Union gewinnen können. Und deren Spiel hat sich nicht deutlich verändert“, schildert Lieberknecht und erinnert an den 1:0-Erfolg vom zweiten Spieltag.
Trainer Uwe Neuhaus lässt seine Mannschaft zumeist im 4-4-2-System mit Mittelfeldraute antreten, in dem Simon Terodde (bisher sieben Tore) und Adam Nemec (zwei) die Angreifer sind.
Den gesperrten Mittelfeldlenker und Kapitän Torsten Mattuschka (vier Treffer) muss Union ersetzen. Der Brasilianer Silvio ist Kandidat für den vakanten Posten hinter den Spitzen.
• Eintracht Braunschweig – 1. FC Union Berlin, heute 20.15 Uhr/direkt bei Sport 1



