Kumbela schießt Eintracht zurück auf Platz eins
BraunschweigZwei Tage saß Her tha BSC an der Spitze der 2. Fußball-Bundesliga. Doch das ist seit Montagabend wieder vorbei. Der überragende Domi Kumbela hat mit seinen Saisontoren Nummer zehn bis zwölf Eintracht Braunschweig auf Platz eins zurückgeschossen. Mirko Boland legte mit einem Freistoß (75.) sogar noch nach.
Phasenweise wie entfesselt spielende und 90 Minuten lang leidenschaftlich kämpfende Löwen rangen Union Berlin in einem sensationellen Spiel mit 4:3 (2:2) in die Knie. Das Stadion glich vor allem während der zweiten Halbzeit einem Hexenkessel. Die Blau-Gelben haben jetzt zwölf Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz.
21 200 Zuschauer sahen eine atemberaubende Begegnung, in der Union in der ersten Halbzeit zweimal durch Adam Nemec (4. per Kopfball nach Ecke und 32. mit schönem Distanzschuss) in Führung ging. Aber die nie aufsteckenden oder unruhig werdenden Hausherren kamen zweimal zurück, zweimal durch den löwenstarken Torjäger Domi Kumbela.
Erst verwertete er einen Katastrophen-Rückpass von Simon Terodde eiskalt, Berlins Torhüter Daniel Haas eiskalt umkurvend (10.). Kurz vor der Pause hämmerte er einen Elfmeter ins Berliner Tor. Union-Abwehrhüne Christian Stuff hatte Eintrachts zweite Spitze, Orhan Ademi, von den Beinen geholt.
Nach einem Traumpass von Mirko Boland war es dann nach 57 Minuten wieder Kumbela, der einlochte – eiskalt und überlegt. Die Fans standen, sangen, feuerten ihre Mannschaft frenetisch an, die durch Bolands Freistoß (75.) davonzog. Kein Ball wurde verloren gegeben, jeder Zweikampf angenommen. Und das, obwohl die Braunschweiger ordentlich umstellen mussten, Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht muss lange über seinem Personal-Puzzle gebrütet haben. Denn neben Abwehrchef Deniz Dogan fielen wegen eines Magen-Darm-Infektes kurzfristig auch noch die Stammkräfte Dennis Kruppke und Norman Theuerkauf aus. Dafür feierte Marcel Correia sein Comeback, der seit dem 30. Oktober wegen eines Innenbandanrisses im Knie hatte pausieren müssen. Und Matthias Henn saß nach auskuriertem Kreuzbandriss zumindest schon mal wieder auf der Bank, ja kam für die letzte Minute gar aufs Feld, als Union in der 90. Minute durch Christoph Quiring zum 3:4 verkürzt hatte.
Während die Ultras in Block neun die gesamten 90 Minuten schwiegen aus Protest, weil Eintracht das DFL-Sicherheitskonzept unterschrieben hat, feuerte das restliche Stadion die Löwen aufopferungsvoll an. Die Stimmung war fantastisch.
