Konzept hat für Eintracht-Fans kaum Relevanz
Braunschweig Rund 400 Besucher erlebten Mittwochabend die Fan-Versammlung zum DFL-Sicherheitspapier.
Das Konzeptpapier „Sicheres Stadionerlebnis“ der Deutschen Fußball Liga (DFL) spaltet Funktionäre und Fans seit Wochen. Mittwochabend versuchten Vertreter von Eintracht auf einer Fanversammlung im Vip-Zelt des Stadions, die Wogen zu glätten.
Fan-Pressesprecher Robin Koppelmann führte die rund 400 Besucher in die Thematik ein und leitete eine Diskussionsrunde.
Bevor es um Detailpunkte ging, erklärte Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt: „Das Sicherheitspapier ist ein explosives Thema. Aber ich glaube, dass man ein Stück weit die Sprengkraft herausnehmen kann.“ Schließlich, so Voigt, sei das Konzeptpapier für die Braunschweiger Fanszene mit keinen großen Veränderungen verbunden.
Als ersten Punkt kritisierte Benjamin Riefenberg vom Fanklub Cattiva Brunsviga die von der DFL formulierte grundsätzliche Ausrichtung des Konzepts. Darin heißt es, dass der Verband bestrebt sei, die Fankultur zu erhalten, wozu auch die Stehplätze gehörten. „Die DFL sollte nicht nur danach streben, sondern sich klar dazu bekennen“, erklärte er und bekam dafür Applaus. Voigt beruhigte daraufhin: „Jeder führende DFL-Vertreter hat sich bisher öffentlich für den Erhalt von Stehplätzen ausgesprochen.“ Die Politik fordere jedoch Konzepte zu dem Thema ein, weil sie nicht nur das Wohl der Fußballfans im Blick habe, sondern auch die öffentliche Sicherheit sowie die Kosten für Polizeieinsätze.
Zu dem heiklen Thema Eingangskontrollen mahnte Karsten König vom Fanprojekt Braunschweig an: „Es ist wichtig zwischen Kontrollen von Verein oder Polizei zu unterscheiden.“ Voigt stellte in Bezug auf die Maßnahmen der Vereine bei sogenannten Sicherheitsspielen klar: „Das Konzeptpapier ist als Katalog zu verstehen, der individuell angewendet werden soll, wenn Verfehlungen eingetreten sind. Wir reden hier nicht über den Betrieb bei einem normalen Fußballspiel, sondern über Ausnahmesituationen.“ Für Braunschweig seien beispielsweise Ganzkörperkontrollen kein Thema.
Zu der Möglichkeit der Klubs, künftig den Verkauf der Gästetickets für Steh- und Sitzplatzbereiche begrenzen zu können, merkte Eintrachts Sicherheitsbeauftragter Bastian Böhm an, dass Vereine diese Option schon immer besessen hätten. Lediglich die Erweiterung auf die Sitzplätze sei in dieser Form neu. „Alleine die Möglichkeit, die Tickets zu reduzieren ist eine Kollektivstrafe, die nicht hinzunehmen ist“, hielt Riefenberg dagegen.
Riefenberg kritisierte ebenfalls, dass die DFL bei der Formulierung eines Fankodexes die Punkte Verbot von Pyrotechnik und Bekenntnis gegen Rassismus in einen Punkt fasse. Im weiteren Verlauf äußerten sich auch der Fanbeauftragte Nils Burgdorf und Ralf-Dieter Meier vom Fanprojekt sowie Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold.



