In kurzer Hose zur Arbeit
Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt ist nicht zum Vergnügen mit im Trainingslager von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig
Wenn man Soeren Oliver Voigt mit Flip-Flops und kurzer Hose am Hotel-Pool so in der Sonne liegen sieht, könnte man glatt glauben, Eintrachts Geschäftsführer würde sich in Oliva ein paar Tage Urlaub gönnen.
Doch weit gefehlt: Voigt, den man daheim in Braunschweig meist nur im Anzug zu Gesicht bekommt, hat sich jede Menge Arbeit mit an die spanische Mittelmeerküste gebracht. Auf dem Tisch vor Eintrachts oberstem Dienstherrn liegen DFL-Unterlagen und Sponsoring-Zeitschriften, auch das Blackberry darf natürlich nicht fehlen.
"Marc Arnold und ich hatten schon länger geplant, dass wir uns mal außerhalb des Büros zusammensetzen", erzählt der 42-Jährige, der froh ist über die enge Bindung zwischen dem sportlichen Bereich und der Verwaltung. "Das war nicht immer so." Mehrmals täglich stecken der Geschäftsführer und sein sportlicher Leiter, beide pflegen ein nahezu freundschaftliches Verhältnis, in Spanien ihre Köpfe zusammen.
Dabei geht es unter anderem um das von der Deutschen Fußball-Liga geforderte Nachwuchsleistungszentrum und auch um die Budgetplanung für die kommende Saison. Schließlich steht das Lizenzverfahren wieder vor der Tür. Obwohl man im Zwischenabschluss zum Jahresende laut Voigt "ein gutes Ergebnis" erzielt hat, gibt es, was den Etat für die nächste Spielzeit angeht, von der sportlichen Leitung "keine unrealistischen Wünsche. Jeder weiß schließlich um die Situation, wo wir herkommen." Größenwahnsinnig wird bei den Blau-Gelben offenbar so schnell niemand mehr.
Der Etat für den Spielbetrieb werde, Stand heute, lediglich um 10 bis 15 Prozent steigen. Den Überschuss werde man hingegen nutzen, um damit das Eigenkapital zu stärken. Außerdem, so Voigt, dürfe man nicht vergessen, dass nächstes Jahr Kosten für den Kubus auf den Klub zukommen.
"Die zweite Saison wird definitiv schwieriger", weiß der gebürtige Dortmunder aus eigener Erfahrung. Deshalb werde man zum Beispiel die Zuschauerzahlen "erneut sehr konservativ" planen. Allerdings sei er "guter Hoffnung" dass Eintracht auch in der übernächsten Saison in der 2. Liga spielt. "Wir sind in allen Bereichen gefestigter als beim letzten Aufstieg."
